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Zuletzt aktualisiert: 14.08.2010 um 17:27 UhrKommentare

Der Schweinestall als Sonnenkraftwerk

Josef und Christina Neuhold aus Sankt Nikolai ob Draßling haben auf ihrem Bauernhof die größte private Photovoltaikanlage des Landes errichtet. Am Sonntag wird sie eröffnet.

Blick von oben auf die mit Modulen verbauten Dächer des Bauernhofes

Foto © PrivatBlick von oben auf die mit Modulen verbauten Dächer des Bauernhofes

Erdöl- und Stromkonzerne können soviel an der Preisschraube drehen, wie sie wollen - Josef und Christina Neuhold aus Leitersdorf (St. Nikolai ob Draßling) kümmert's wenig. Ihr Bauernhof und Direktvermarktungsbetrieb ist nämlich so gut wie energieautark. Geheizt wird schon länger ausschließlich mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Forst. Damit nicht genug, erzeugt der Betrieb in Zukunft auch ausreichend Strom, um den Eigenbedarf zu decken. In den letzten Wochen und Monaten wurde auf den Dächern der Schweinestallungen und Betriebsgebäude nämlich die laut eigenen Angaben größte private Photovoltaikanlage der Steiermark errichtet. Am Sonntag wird sie im Rahmen eines großen Hoffestes offiziell eröffnet (siehe Infokasten).

Verteilt auf fünf Dächer wurden insgesamt 800 Quadratmeter Module verlegt, die in Summe für eine Maximalleistung von 114,5 Kilowatt sorgen. Pro Jahr sollen damit bis zu 120.000 Kilowattstunden sauberer Strom aus Sonnenenergie erzeugt werden. Der Jahresbedarf von etwa 35 Haushalten.

"Das ist ziemlich genau die Menge Strom, die unser Betrieb im Jahr benötigt. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, der Tarif ist gefördert", erklärt Josef Neuhold, der davon ausgeht, dass sich die Investitionskosten von rund 370.000 Euro in zehn Jahren amortisiert haben sollen.

Umweltschonend

Die Kostenersparnis ist aber nur einer von mehreren Gründen, die die Neuholds zum Umstieg auf Sonnenenergie bewogen haben: "Mindestens ebenso wichtig war für uns der Wunsch, energieunabhängig zu sein. Man weiß ja nie, was kommt." Die Schonung der Umwelt durch CO2-Ersparnis und der Verbleib der Wertschöpfung in der Region seien weitere positive Nebeneffekte. "Gerade deshalb wäre es wünschenswert, wenn die Politik die Photovoltaik besser fördern würde", hoffen die Neuholds auf zahlreiche Nachahmer.

Wer sich informieren will, ist am Hof der Neuholds gerne willkommen. Ab Herbst sollen sogar geführte Exkursionen angeboten werden. "Es gibt schon Anfragen", bestätigt Christina Neuhold.

ROBERT LENHARD

DAS GRÖSSTE PRIVATE SONNENKRAFTWERK DES LANDES

Standort ist der Bauernhof von Josef und Christina Neuhold in Leitersdorf 8, 8422 St. Nikolai ob Draßling.

Fünf Dächer wurden insgesamt mit 800 Quadratmetern Photovoltaik-Modulen verbaut.

Die Maximalleistung der Anlage liegt bei 114,5 kWp.

Pro Jahr sollen damit bis zu 120.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf des Betriebes.

Die Investitionskosten liegen bei 370.000 Euro.

Morgen, Sonntag, wird die Anlage im Rahmen eines Hoffestes mit kulinarischen Spezialitäten und buntem Rahmenprogramm eröffnet. Beginn ist um 10 Uhr.

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