Der "Diktator" und sein Drei-Hauben-Wirtshaus
Der Kreuzwirt in Leutschach ist für den Gourmetführer Gault Millau das beste steirische Restaurant. Ein weiterer Erfolg für Starkoch Gerhard Fuchs.
Die Wertung ist nicht alles. Das Haus muss voll sein, jeder Gast muss ein Tester sein", sagt Gerhard Fuchs. Dass er im jüngsten Gourmetführer Gault Millau aber gleich mit 18 Punkten und damit wieder mit drei Hauben bedacht wurde und zusätzlich sogar noch einen Michelin-Stern kassierte, wird den Starkoch auch nicht stören. Und dem Haus, dem Kreuzwirt am südsteirischen Pößnitzberg, ganz sicher nicht schaden.
Telefone laufen heiß.
Die Telefone klingeln bei Fuchs seit Tagen fast rund um die Uhr: Gratulanten, Journalisten, Gourmet-Touristen - der gebürtige Oberösterreicher ist in aller Munde. Ein Gefühl, das ihm nicht fremd ist, spätestens seit er als Küchenchef das Schloss Mondsee zu drei Hauben führte. Um die Jahrtausendwende war dies, im Juni 2002 nahm er dann ein Angebot von Albert Neumeister in der Stradener Saziani-Stub'n an. "Wir haben aufgesperrt und gleich drei Hauben bekommen", erinnert sich der Mittdreißiger, der jünger aussieht, als er ist.
Koch des Jahres 2004.
Und jung war auch das Konzept, mit dem ihn die Weinbauern-Familie Polz im Vorjahr an die südsteirische Weinstraße lockte: Ein altes Wohnhaus in bester Lage sollte, aufgepeppt durch moderne Architektur, zu einem kulinarischen Aushängeschild der Region avancieren. Gerhard Fuchs und seine Lebenspartnerin Yvonne Schwarzinger schienen prädestiniert dafür, dies zu schaffen. "Wir waren wirklich zur richtigen Zeit am richtigen Ort", erinnert sich Fuchs, Koch des Jahres 2004. Wenige Wochen nach dem Aufsperren wurde der Kreuzwirt gleich dreifach behaubt, heuer gab's die Draufgabe. Haube Nummer vier ist schon fast zum Schmecken nah.
"Kein Schicki-Micki-Tempel".
Wobei Fuchs betont: "Wir sind kein Schicki-Micki-Tempel, bei uns muss kein Kellner im Frack herumlaufen. Wir sind ein Drei-Hauben-Wirtshaus." Mit einigen gemütlichen Hotelzimmern. Und einer bodenständigen Küche mit Produkten aus der Umgebung: So wird täglich ein eigenes Rebenland-Menü angeboten. "Wir betreiben eine Küche mit Aufwand. Aber sie muss in die Gegend passen. Zitronengras, Curry oder einen Asien-Touch wird man bei uns nicht finden." Und auch keine überkandidelten Türmchen auf den Tellern. Dafür sorgt der zurückhaltende Fuchs, der sich selbst als "Diktator in der Küche" bezeichnet, mit seiner Handvoll Mitarbeiter mit vollem Einsatz: "Jeder, der bei uns arbeitet, nimmt gleich einmal zehn Kilo ab. Man ist ständig auf 180."
Keine Fertiggerichte.
Und was kommt beim Meister und seiner Partnerin Yvonne Schwarzinger, die das Restaurant leitet, in der spärlichen Freizeit auf den Teller? "Alles, was gut ist", lacht Fuchs. Und seien es ein Paar Würstel mit einer frischen Semmel. Nur Fertiggerichte aus der Dose oder dem Packerl sind gar nicht nach ihrem Geschmack.









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