Vor der Bauernwahl fliegen die Hackeln tief
Murren im Bauernbund, weil einer der ihren die Herausforderer anführt. Drei neue Hofräte aus den Regierungsbüros.

Foto © ScheriauGerhard Wlodkowski
Angesichts der unberechenbaren Herausforderung durch den Unabhängigen Bauernverband (UBV) startet Gerhard Wlodkowski mit kämpferischen Tönen in die Auseinandersetzung um die steirische Landwirtschaftskammer. Als Chef des ÖVP-Bauernbundes hat Wlodkowski bei der Kammerwahl Ende Jänner stolze 81,6 Prozent zu verteidigen. Abstriche sind unvermeidlich, weil nicht nur die Unabhängigen und die SPÖ-Landwirte antreten, sondern auch die FPÖ-Bauernschaft, die bei der Wahl 2006 aus dem Agrarierparlament geflogen sind.
Auch der Bauernbund nimmt die Unabhängigen als stärkste Widersacher wahr, obwohl diese Gruppe erstmals antritt. Deren Spitzenkandidat Johann Ilsinger bezeichnet einen Stimmenanteil von zehn Prozent als Untergrenze der Erwartungen. Der UBV stützt sich in der Obersteiermark auf die "rebellischen" Bauern der IG-Milch. Um auch im Süden stark zu sein, wurde bekanntlich der Leutschacher Thomas Waitz, ein Grüner, ins UBV-Boot geholt.
Ilsinger bietet den Bauernbündlern Angriffsflächen, weil er sich einerseits zum Bauernbund bekennt, andererseits als UBV-Spitzenkandidat ein Abtrünniger ist. Viele seiner Funktionäre forderten, dass Ilsinger "reinen Tisch machen soll", berichtet Johann Resch, Vizepräsident der Bauernkammer. Heute tagt das Bauernparlament der Kammer zum letzten Mal in der alten Zusammensetzung. Da die SPÖ-Fraktion derzeit die einzige Opposition ist, liegt es an deren Spitzenkandidat Josef Horn, einen Kontrapunkt zum Bauernbund zu setzen.
Drei neue Hofräte
Für überraschte Gesichte sorgte ein Beschluss der Landesregierung: Mit Jahreswechsel gibt es drei neue Hofräte. Alle kommen aus Regierungsbüros, so etwa Gerhard Maier, früher im Büro von Ex-Landesrat Leopold Schöggl, jetzt Klubdirektor für die FPÖ im Landtag. Auch zwei Schwarze wurden befördert: Michael Koren, aus dem Büro von Landesrätin Christina Edlinger-Ploder, sowie der Pressereferent von VP-Chef Hermann Schützenhöfer, Ronald Rödl. Er hat seine Landtagskarriere im Büro von Ex-FPÖ-Chef Michael Schmid begonnen.









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