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Zuletzt aktualisiert: 05.03.2008 um 23:01 Uhr

Geldbote füllte die eigene Tasche statt Bankomaten

Grazer (27) soll beim Befüllen von Automaten zumindest 80.000 Euro eingestreift haben. Schadensumme dürfte noch steigen. Motiv: Spielsucht.

Den Verdacht gab es schon seit Wochen. Als schließlich bei der Revision eines Bankomaten in Leibnitz ein Fehlbetrag von 80.000 Euro herauskam, wurde ein Geldbote, der mit der Befüllung des Automaten betraut war, angezeigt. Der Polizei gegenüber war der Grazer rasch geständig - seit zumindest drei Jahren soll der Verdächtige beim Befüllen von Bankomaten in der Steiermark Geld unterschlagen haben. Mögliches Motiv: seine Spielsucht. Knapp 67.000 Euro konnten noch sichergestellt werden. Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht noch nicht fest. "Er dürfte deutlich höher sein als die bisher bekannten 80.000 Euro", ist sich ein Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) sicher. Der 27-Jährige sitzt in Haft.

"Angesehener Mitarbeiter." Seit sieben Jahren ist der unbescholtene Grazer bei einer international tätigen Firma angestellt, die Geld- und Werttransporte durchführt. "Er war ein angesehener Mitarbeiter", so Helmut Schögler von der Betrugsgruppe des LKA. Im Auftrag zweier Geldinstitute war der 27-Jährige für die Befüllung mehrerer Geldausgabeautomaten zuständig, mit einem Kollegen war der Grazer in der Steiermark unterwegs. Der zweite Geldbote soll von den kriminellen Machenschaften nichts gewusst haben.

Versehen. Begonnen habe alles mit einem Versehen, so der Verdächtige in der Einvernahme. "Beim Befüllen eines Bankomaten habe er einmal ein Geldbündel mit 20.000 Euro liegen gelassen. Erst bei der nächsten Befüllung sei ihm das aufgefallen. Um den Fehlbetrag wieder hereinzubekommen, habe er versucht, das Geld beim Glücksspiel zu gewinnen. So kam er aber immer tiefer in die Zwickmühle", berichtet der Ermittler.

Gefinkelt. Wie der Verdächtige das Geld abzweigen konnte, ohne Verdacht zu erregen, darüber hält sich die Polizei, aus Angst vor Nachahmungstätern, bedeckt. "Nur so viel: Die Methode war aufwändig und sehr gefinkelt", so Schögler. Noch nie passiert. Bei der betroffenen Geldtransport-Firma hält man fest, dass es bisher in Österreich noch nie einen derartigen Fall gegeben habe. "Wir werden das Ganze natürlich auch intern analysieren und unsere Lehren daraus ziehen", so der Österreich-Geschäftsführer der Firma zur Kleinen Zeitung.

BERND THURNER

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