Gesunder Lebensstil als gutes Schönheitsmittel
Auch bei dem Thema Schönheit geht es um die richtige Balance. Was tut gut und wo fängt Selbstschädigung an? Fragen, mit denen sich die "Frauentour 2012" in Leibnitz beschäftigte.

Foto © KuzmickiIsabella Pill, Helga Cernko, Ute Verbeni, Felice Galle, Landesrätin Elisabeth Grossmann, Julie Melzer und Susi Satran (von links)
Es war ein hochaktuelles Thema, mit dem Landesrätin Elisabeth Grossmann gestern in Leibnitz ihre "Frauentour 2012" eröffnete. Eine illustre Runde weiblicher Verantwortungsträgerinnen sowie Bürgermeister Helmut Leitenberger diskutierten die Thematik "Frauengesundheit - Schönheitsoperationen" sowie deren Vor- und Nachteile. "Immer mehr Frauen legen sich ohne medizinische Indikation unters Messer und nehmen bewusst gesundheitliche Risiken und Kostenbelastungen auf sich. Außerdem werden die Patientinnen immer jünger. Das ist dramatisch, daher geht es mir vor allem um Bewusstseinsbildung", so Grossmann.
Am Beginn der Diskussion sorgte Felice Galle vom Frauengesundheitszentrum Graz als Moderatorin mit zwei Fragen für nachdenkliche Gesichter. "Was finden Sie alle an sich schön und was finden Sie an Ihrer besten Freundin schön?", wollte sie wissen. Und rasch war klar, die positiven Attribute der besten Freundin waren rasch gefunden, bei den eigenen ging es weniger leicht. "Warum nur sind wir bei den anderen so viel gnädiger als bei uns selbst?", so Galle.
Diese Frage konnte nicht eindeutig geklärt werden, wohl aber stand rasch fest, welch großen Einfluss die suggerierten Idealbilder von Frauen, die auf diversen Plakaten, in Werbungen oder in Magazinen vermittelt werden, haben. Auf alle Generationen, im besonderen jedoch auf die Jugend. Susi Satran (Styria Vitalis) als Mutter etwa berichtete vom enormen Gruppendruck in der Schule. Sandra Jakomini (Frauenberatungsstelle Freiraum) ortet sogar schon im Kindergartenalter diesbezügliche Tendenzen. Gemeinderätin Helga Cernko ist sich sicher: "Es ist irre belastend für junge Mädchen, mit Genuss zu essen." Und Ute Verbeni ortete ein Fehlen der Balance zwischen Extremen. "Uns ist das natürliche Gefühl abhanden gekommen." Johanna Kohlenberger (Soroptimistinnen Goldes) thematisierte die Bereiche Elternerziehung und schöne Gedanken, Wohlfühlen beginne im Kopf.
Viel Applaus erntete die Kampagne "gib dir freiaum" der Frauenberatungsstelle für mehr Akzeptanz von Vielfalt und Individualität. "Wir sollten uns schön finden, wie wir sind und müssen zu uns stehen", so Eva Surma. Für Grossmann selbst ist übrigens ein gesunder Lebensstil das beste Schönheitsmittel.







