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    Zuletzt aktualisiert: 05.03.2011 um 20:16 UhrKommentare

    Wald, Wild und Mensch im Fokus

    Die Jägerschaft und ihre Anliegen stehen beim heutigen Bezirksjägertag im Leibnitzer Kulturzentrum im Mittelpunkt. Bilanz ziehen ist angesagt, ebenso ein Ausblick in die Zukunft.

    Bezirksjägermeister Rudolf Gaube, Landesjägermeister Heinz Gach und Landwirtschaftskammerobmann Josef Kowald (v. r.)

    Foto © PrivatBezirksjägermeister Rudolf Gaube, Landesjägermeister Heinz Gach und Landwirtschaftskammerobmann Josef Kowald (v. r.)

    Durchaus kritische Worte wird der Leibnitzer Bezirksjägermeister Rudolf Gaube beim heutigen Bezirksjägertag im Kulturzentrum Leibnitz finden, wenn es um das Thema Fasane geht. Auswilderungsaktionen dienen für den obersten Weidmann des Bezirkes dazu, den natürlichen Bestand zu erhöhen, damit untrennbar verbunden sei das Verbot der Hennenbejagung. Gaube: "Leider gibt es bei uns immer noch Leute, die den gesetzlichen Zeitpunkt der Auswilderung nicht einhalten. Und dann haben wir in manchen Revieren wöchentliche Jagden mit hohen Strecken. Das sind Glutnester, gegen die vorzugehen ist."

    Zufrieden ist Gaube mit der Erfüllung des Abschlussplanes beim Rehwild. Positiv beurteilt er auch die Vorverlegung der Schusszeit für einjähriges Rehwild in den Weingartenrevieren. "Damit wurden Wildschäden verhindert", so Gaube. Weniger positiv ist die Entwicklung beim Fallwild. Trotz Gegenmaßnahmen wie Reflektoren, Duftzaun oder Stolperdrähte verendeten im Vorjahr 1123 Rehe im Straßenverkehr. Tendenz steigend.

    Weiterhin problematisch ist auch die Entwicklung beim Feldhasen. Gaube: "Zwar versucht die Jägerschaft durch die Anlage von Wildäckern mit spezieller Hasenbiomischung die Lebensbedingungen zu verbessern, dennoch machen Maismonokulturen dem Feldhasen zu schaffen." Auch nicht unproblematisch ist in diesem Zusammenhang die Winterbegrünung. "Die ist zwar im Winter gut, aber im Frühjahr, wenn umgebaut wird, werden dort leider viele Junghasen vernichtet. Deshalb fördert die Landesjägerschaft auch den Anbau von Wintergetreide, das ist unproblematisch", schildert der Bezirksjägermeister.

    Überhaupt wird der Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung von Lebensraum große Bedeutung zugemessen. Wie auch dem Anliegen, die Aufgaben der Jagd der nichtjagenden Bevölkerung näher zu bringen. Gaube: "Im letzten Jahr haben Mitglieder des Steirischen Jagdschutzvereines rund 450 Schülerinnen und Schüler durch die Natur geführt, um ihnen die Beziehung Wald, Wild und Mensch näher zu bringen." Aber auch Projekte wie der Wald- und Wildlehrpfad in St. Andrä/Höch erfüllen diese Aufgabe und werden entsprechend gut angenommen.

    Übrigens: der Jagdbezirk Leibnitz umfasst 87 Gemeindejagdreviere und 13 Eigenjagden und ist unterteilt in 15 Hegeringe.

    BETTINA KUZMICKI

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