Facetten des Andersseins als Thema
Das Thema "Migration und Integration im regionalen Kontext" wurde im Rahmen einer interessanten Tagung im Bildungshaus Schloss Retzhof genauer unter die Lupe genommen.
Eva Surma und Sandra Jakomini von der Leibnitzer Frauenberatungsstelle "Freiraum" sind begeistert: "Das Interesse an der Veranstaltung war enorm groß und es wurden unter den Teilnehmer ganz viele Kontakte geknüpft, weil sich wirklich jeder mit jedem austauschen konnte. So wurden Netzwerke ausgebaut und neue Kooperationen und Ideen geboren." Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine Tagung zum Thema "Migration und Integration im regionalen Kontext", zu der der Verein Freiraum und das Bildungshaus Schloss Retzhof im Retzhof geladen hatten.
Rund 70 Migrantinnen, Personen des öffentlichen Lebens und Interessierte waren gekommen, um gemeinsam zu erarbeiten, in welcher Form Migration und Integration mit den Themen Bildung, Armut, Sicherheit, Arbeit oder Gendergerechtigkeit verknüpft sind. Surma: "Es ging uns einfach darum, den Status Quo zum regionalen Bild von Migration und Integration zu erheben. Wir wollten darlegen, welches Wissen, Halbwissen oder Aberglaube dazu im Raum steht." Jakomini ergänzt: "Und wir wollten allen Meinungen Platz geben. Pro und Kontra sollten miteinander in Diskussion treten."
Lebendiger Austausch
Um tatsächlich einen lebendigen Austausch stattfinden zu lassen, hatten sich die Freiraum-Verantwortlichen etwas Besonderes einfallen lassen. "Wir haben sieben Thementische installiert, quasi als Activity-Programm gegen die so gerne auftretende Tagungsmüdigkeit. So herrschte nie Stillstand, jeder musste sich beteiligen, und jeder hat sich aufgrund des Rotationsprinzipes mit jedem Thema beschäftigt", schildert Surma. Die Bereiche Bildung, Frauen, Sicherheit, Integration, Förderungen und Finanzen, Gesundheit und Arbeit kamen so vor dem Hintergrund von Migration und Integration zur Sprache.
Surma: "Und eines kam dabei ganz klar heraus. Die Bedürfnisse von Frauen sind, ob eingewandert oder nicht, die selben." Demnach geht es um sichere Existenz, gute Arbeit, fundierte Ausbildung, gesicherte Kinderbetreuung, ein durchlässiges Gesundheitssystem, den Zugang zu Mobilität und ein gutes Informationsangebot in allen Bereichen. Für Jakomini ist klar, wie es nun weitergehen wird: "Wir werden die Ergebnisse evaluieren und werden versuchen, verschiedene Ideen umzusetzen." Wie beispielsweise Kontakte zwischen Pensionistinnen und Migrantinnen zu knüpfen (Thema Sprache), ein Job-Mentoring für Migrantinnen anzudenken oder sich weiter für Servicestellen stark zu machen.
Politikwissenschaftlerin und Moderatorin Alev Korun brachte es abschließend auf den Punkt: "Die optimistische Stimmung, die wir heute gespürt haben, möge sich wie ein Lauffeuer verbreiten. In diesem Bereich ist Optimismus gefragt. Denn es ist nötig voneinander zu lernen, das Potenzial aller zu nutzen und miteinander zu leben."







