Der "Himalaya" von Leibnitz
Der steile Steg am Bahnhof Leibnitz erhitzt weiterhin die Gemüter vieler Bahnfahrer. Personen, die beim Begehen Probleme haben, können zwar nach Kaindorf ausweichen. Dafür müssen sie allerdings auf Schnellzüge verzichten.
Dass der im Frühjahr angelaufene Umbau des desolaten Leibnitzer Bahnhofs in eine moderne Verkehrsstation eine gute Sache ist, steht außer Zweifel. Bis es soweit ist, müssen Bahnfahrer aber noch die eine oder andere Unannehmlichkeit in Kauf nehmen.
Größtes Ärgernis ist nach wie vor der steile und mit etlichen Stufen ausgestattete Steg, der auf dem Weg vom Bahnhofsgebäude zum provisorischen Bahnsteig auf der östlichen Seite überwunden werden muss. Für ältere oder gehbehinderte Menschen sowie für Eltern mit Kinderwagen ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen. "Für viele Leute ist dieser Steg so unüberwindlich wie der Himalaya", schimpft eine Leibnitzer Leserin.
Aus technischen und finanziellen Gründen wird sich laut ÖBB bis Ende nächsten Jahres aber nichts daran ändern. Erst dann ist nämlich der Personentunnel, der den östlichen mit dem westlichen Teil des Bahnhofs verbinden wird, begehbar.
Um die Situation für mobilitätseingeschränkte Personen bis dahin erträglicher zu machen, wurde von den ÖBB unter Tel. 05-17 17 eine Hotline eingerichtet, die über Ein-, Um- und Ausstiegshilfen informiert. Demnächst wird außerdem der Steg zum Schutz gegen Eis und Schnee vollständig überdacht.
Parallel dazu hat die Stadtgemeinde Leibnitz den Geltungsbereich der City-Taxi-Karte für einen Aufpreis von 50 Cent bis zum Bahnhof in Kaindorf ausgedehnt. "Für 2,10 Euro pro Strecke kommt man mit einem Partner-Taxi von überall im Stadtgebiet dorthin", erklärt Bürgermeister Helmut Leitenberger. Weil dort gerade zwei Lifte nachgerüstet werden, ist ab Mitte Dezember der Zugang absolut barrierefrei.
Schnellzüge halten nicht
An einer Tatsache kann aber keine dieser Maßnahmen etwas ändern. Bahnkunden, die wegen des einfacheren Zugangs von Leibnitz nach Kaindorf ausweichen, müssen auf die Fahrt in Schnellzügen verzichten. Diese bleiben nur in Leibnitz stehen. "Es muss doch möglich sein, dass diese während der Bauarbeiten auch in Kaindorf halten", fordert die Leserin. Ist es aber nicht. "Damit würden wir den gesamten Fahrplan durcheinanderbringen", bitten die ÖBB um Verständnis.









