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Zuletzt aktualisiert: 23.10.2010 um 20:30 UhrKommentare

"Gott erleben können in der Gemeinschaft"

Leibnitz hat seit 1. September einen neuen Pfarrer. Kapuzinerbruder Christoph Strojny hat diese umfassende Aufgabe übernommen. Erwartungen hegt der 36-Jährige keine. Stattdessen zählen für ihn Vertrauen und Hoffnung.

Bescheiden zu leben, ist eine der Überzeugungen der Mitglieder im Orden der Kapuziner. "Wir haben und brauchen nur das Nötigste für das Leben", schildert Bruder Christoph Strojny. Und dennoch hat das Zeitalter der Technologie auch vor den Geistlichen nicht Halt gemacht. "Ein Kapuziner mit einem iPhone mag komisch aussehen, ist aber kein Luxus. Es ist einfach erforderlich, um die vielen Termine zu koordinieren", lacht Bruder Christoph und aktualisiert noch schnell seinen digitalen Terminkalender.

Mit 1. September hat der 36-Jährige die Leitung der Pfarre Leibnitz übernommen. Eine Aufgabe, für die er dankbar ist und die ihm gefällt. "Sie ist vielschichtig, bunt, mit Höhen und Tiefen. Sie ist einfach sehr schön", freut sich der neue Pfarrer auf die Herausforderung. Eine Herausforderung, die er ohne Erwartungen angenommen hat. "Wenn man Erwartungen hat, dann lebt man in einer Welt, die einem etwas geben muss. Und wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, dann ist man enttäuscht. Das will ich nicht", schildert Strojny. Stattdessen zählen für ihn Vertrauen. Und Hoffnung. Hoffnung, dass durch die Menschen und deren Glauben Gutes entsteht.

Familiensinn

Mit 19 Jahren wurde Strojny Kapuziner, 1996 kam er nach Österreich, um zu studieren. Im Kloster Leibnitz knüpfte er erste Kontakte mit den hiesigen Menschen, Sprache und Kultur. Nach dem Studium wurde er Priester, kehrte nach Polen in eine große Pfarre zurück, ehe er dann für sechs Jahre nach Kärnten ging, wo er der letzte Vorsteher eines Klosters im Lavanttal war. Seit drei Jahren ist er wieder in Leibnitz. Und weiß, worauf es ankommt. "Familie macht die Balance des Lebens aus. Unsere Familie ist das Kloster. Wir Brüder wissen, wir gehören zusammen", erklärt der Kapuziner.

Seine neue Aufgabe setzt er im Sinne seines Vorgängers, Bruder Thomas, fort. "Ich bin zwar ein anderer Mensch, ein anderer Charakter, mit einer anderen Dynamik. Aber die Ziele, die bleiben die selben", betont Strojny. Eine menschennahe Kirche, in der für jeden Platz ist. Die Pfarre als Ort der Offenheit. "Das ist die Möglichkeit jene Aufgabe zu erfüllen, wozu wir da sind. Die Menschen sollen in der Gemeinschaft Gott erleben", so der neue Pfarrer.

BETTINA KUZMICKI

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