Jugend nahm Politiker unter die Lupe
Die Landesschülervertretung lud im Vorfeld der Landtagswahl quer durch die Steiermark zu politischen Diskussionen. In Leibnitz kamen nicht nur jugendrelevante Themen zur Sprache.
Nach und nach füllt sich der Leibnitzer Hugo-Wolf-Saal im Kulturzentrum mit jungen Leuten. Schülerinnen und Schüler der HTL Kaindorf, des BG&BRG Leibnitz sowie der HAK Leibnitz folgen einer Einladung der Landesschülervertretung zur Diskussion mit Vertretern jener politischen Parteien, die sich der Landtagswahl am kommenden Sonntag stellen. "Es ist super, dass es so etwas gibt, weil ich kenne mich noch nicht so gut aus", raunt eine junge Dame ihrer Sitznachbarin zu, die zustimmend mit dem Kopf nickt.
Moderatorin Claudia Gigler (Kleine Zeitung) spricht den Jugendlichen, darunter viele Erstwähler, Mut zu: "Nutzen Sie die Gelegenheit und machen Sie sich schlau." Am Podium findet sich die junge Riege mit David Rautner (SPÖ), Stefan Schauer (ÖVP) und Lubomir Sirnev (KPÖ). Sowie die politerfahre Marianne Müller-Triebl (Grüne), Erwin Fellner (Christliche Partei, CPÖ) und Gerhard Maier (FPÖ). Das BZÖ schickt aus Zeitgründen keinen Vertreter. Es geht los. Die Kandidaten erklären ihre Positionen und die ihrer Parteien. Rautner etwa erinnert an SPÖ-Themen wie Bildung, Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Schauer macht sich für ein einheitliches Jugendschutzgesetz und geförderte Startwohnungen für Junge stark. Der Applaus ist ihm sicher, als er in den Saal wirft: "Junge Leute ab 16 Jahren sollten fortgehen dürfen, solange sie wollen."
Sirnev sieht in der KPÖ die einzige Partei, die glaubhaft für soziale Gerechtigkeit steht: "Bei uns gibt es eine Gehaltsobergrenze von 2000 Euro, der Rest geht in einen Sozialfonds, mit dem den Armen geholfen wird." Müller-Triebl attestiert den Grünen schwere Arbeit, wenn es darum geht ihr Weltbild einer solidarischen, selbstbestimmten Gesellschaft in einer intakten Umwelt umzusetzen. Bildung und Jugend liegen ihr am Herzen. Maier erinnert mit Heimat, Freiheit, Sicherheit an die Werte der FPÖ. Und Fellner verweist auf die Bedeutung christlicher Werte für die Gesellschaft. Der Schutz von Leben, gleicher Lohn für Frauen und Männer sowie das Engagement für Senioren stehen im Vordergrund.
Die Schüler sind aufmerksam, die Fragerunde startet. Warum Frauen weniger verdienen als Männer und keiner was dagegen tut, will ein junger Mann wissen. Gerecht findet das am Podium niemand. Dass sich das ändern muss, dafür sind alle. Konkrete Lösungen bleiben die Diskutanten schuldig. Auch das Bundesheer ist Thema. Rautner will den Katastrophenschutz sowie die Bedingungen für Rekruten verbessert wissen. Schauer ist für Reformen und Einsparungen etwa beim Grenzschutz. Etwas, was Maier nicht abgeschafft wissen will. Fellner meint, gespart werden könne nur in den oberen Strukturen. Für Sirnev ist das Heer Garant für Neutralität.
Rautner, Müller-Triebl, Schauer, Sirnev sind gegen Studiengebühren. Auch die Reichensteuer, unterstützt und gefordert SPÖ, Grünen und KPÖ, kommt aufs Tapet. Schauer ist für eine Solidarabgabe, jedoch gegen eine Reichensteuer. "Weil Reichtum ja auch erst einmal erarbeitet werden muss." Maier wird mit dem Minarettspiel konfrontiert. Für ihn hat es seinen Zweck erfüllt, das Tabuthema Integration zu brechen. Außerdem sei es im Vergleich zu den Zugriffen und dem Medienecho ein günstiger Wahlgag gewesen. Für Müller-Triebl "ein schlechter Scherz und höchst unanständig." Dennoch: es wird fair diskutiert. Und zu guter Letzt noch der Appell von Gigler an die Jugend: "Gehen Sie zur Wahl."









