Kasernenverkäufe: Interessenten müssen warten
Der Verkauf von Kasernen bringt dem Bundesheer weniger Geld als ursprünglich erwartet. In der Steiermark verzögern sich Liegenschaftsverkäufe, weil das Militär die Objekte noch nutzt.

Foto © AP/SujetDer Verkauf sehr großer Objekte sei derzeit nicht einfach, so SIVBEG-Geschäftsführer Stephan Weninger. "Dafür ist die Nachfrage an kleineren Liegenschaften sehr groß"
Das Bundesheer kann's dringend brauchen: 32 Millionen Euro brachte der Verkauf ausgemusterter Kasernen und militärischer Liegenschaften im letzten Jahr. 15 Immobilien wurde das Heer 2009 los, darunter auch einige steirische: ein Ausbildungs- und Erholungsheim in Bad Mitterndorf, eine Liegenschaft am Thalerhof sowie die Hermann-Kaserne Leibnitz.
Von der Vorstellung, mit dem Geld aus Kasernenverkäufen die Heeresreform kräftig anzutauchen, hat man sich im Verteidigungsministerium allerdings verabschiedet. Erwartungen von bis zu einer Milliarde Euro seines Vorgängers wären zu optimistisch gewesen, räumt Minister Norbert Darabos ein. Realistisch seien derzeit eher 400 bis 500 Millionen. Und auch davon wurde erst ein Drittel, rund 140 Millionen Euro, durch den Verkauf von 104 Liegenschaften erlöst. Als Filetstück spülte dabei die Salzburger Struberkaserne mit 15,6 Millionen Euro am meisten in die Kasse. Auch sechs Villen von Militärattaches in den Nachbarländern waren keine Ladenhüter.
Käufer müssen warten
In der Steiermark stehen noch die größten Brocken auf der Verkaufsliste. An fehlendem Interesse potentieller Käufer liegt es aber nicht, dass vor der Hummelkaserne in Graz-Wetzelsdorf und dem Fliegerhorst Nittner am Thalerhof noch Wache geschoben wird. So hat die Stadt Graz schon ein konkretes Angebot für die Hummelkaserne gelegt, auch ein privater Bauträger streckt seine Fühler aus. Doch nutzt das Militär die Anlage noch immer als Lager und wird sie auch 2010 kaum räumen können, weil entsprechende Ersatzbauten fehlen.
Ähnlich die Situation am Thalerhof: Dort ist das Projekt einer Antonov-Flugzeugwerft zwar geplatzt, jedoch stünde der Flughafen als Käufer bereit. Nur solange das Heer noch seine alten Saab-105-Düsenjäger betreiben muss, braucht es auch den Fliegerhorst für die Materialerhaltung.
Die SIVBEG, jene Gesellschaft, die die Kasernen für den Bund verwertet, will beide Objekte trotzdem heuer loswerden. 2013 ist der Verkauf der Grazer Kirchner-Kaserne geplant. Bis dahin sollte auch die Krise vorbei sein, die sich stark auf den Immobilienmarkt auswirkt. Der Verkauf sehr großer Objekte sei derzeit nicht einfach, so SIVBEG-Geschäftsführer Stephan Weninger. "Dafür ist die Nachfrage an kleineren Liegenschaften sehr groß."
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Kasernenverkauf
Der Verkauf von Immobilien ist Teil der Bundesheerreform. Seit 2005 wurden 104 Liegenschaften (inklusive Bunker) um rund 140 Millionen Euro verkauft.
Mit der Verwertung beauftragt wurde die SIVBEG, eine Tochtergesellschaft des Bundes.
Der Erlös fließt laut Verteidigungsminister Norbert Darabos zu 100 Prozent ins Bundesheer.








