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Zuletzt aktualisiert: 04.05.2009 um 22:56 UhrKommentare

Branko Lenarts Fotografien in zwei Ausstellungen

Die Kamera als Erinnerungs- und Bewahrungsmaschine: Sehr frühe und ganz neue Arbeiten des Fotografen Branko Lenart in zwei Ausstellungen.

Land und Leute im Fokus: Seine Fotos aus den frühen 70er-Jahren erstaunen auch Branko Lenart selbst

Foto © LenartLand und Leute im Fokus: Seine Fotos aus den frühen 70er-Jahren erstaunen auch Branko Lenart selbst

Sehr Frühes und ganz Aktuelles zeigt Branko Lenart in zwei Ausstellungen, beides erstmals. "Styrians - Steiermark & Stajerska" heißt ein Zyklus, den der 1948 im slowenischen Ptuj geborene, als Kind nach Graz gekommene Fotograf aus Filmen zusammengestellt hat, die zwischen 1970 und 1974 belichtet wurden.

Selbst erstaunt. "Ich wollte damals einfach fotografieren", sagt Lenart heute. Und fügt an, wie sehr ihn das Material nach den vielen Jahren selbst erstaunt hätte. Bilder von Land und Leuten, Bilder, die eine Welt zeigen, die sich in manchem radikal, in anderem wiederum wenig verändert hat.

Erinnerungsmaschine. Erstmals in einer Ausstellung gezeigt wird das Portfolio "Grenz.Räume - Inge Moraths letzte Reise". Bilder, die Lenart 2001 machte, als sich die in Graz geborene, 2002 verstorbene Magnum-Fotografin im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet der eigenen Geschichte auf die Fährte heftete. Mit ihrer Kamera als Erinnerungs- und Bewahrungsmaschine. Eine stimmige Ergänzung der "Styrians", die bei einer Finissage in Buchform präsentiert werden.

Sehenswert. Arbeiten von Stojan Kerbler, der Moraths Reise ebenfalls dokumentierte, sind übrigens Teil einer sehenswerten Präsentation slowenischer Fotografie in der Grazer galerie remixx.

Spannende Publikation. Als Buch und Ausstellung liegt Lenarts jüngstes Projekt vor: "Vergangen und vergessen/Preteklo in pozabljeno". Untertitel: "Eine fotografische Spurensuche verschwundener jüdischer Kultur in Slowenien".

Erstaunliche Spuren. Gemeinsam mit Autorin Elisabeth Arlt bereiste der Fotograf die Landschaft zwischen dem Prekmurje im Osten bis ins Küstenland von Triest. Und stieß, obwohl jüdische Präsenz in diesem Raum relativ gering war, auf erstaunlich viele Spuren. Nicht wenige freilich vom Verschwinden bedroht, was Lenarts und Arlts Arbeit besonders wichtig macht.

WALTER TITZ

Zur Person

Branko Lenart, geboren am 15. Juni 1948 in Ptuj/Slowenien, kam als 6-Jähriger nach Graz.

Erste fotografische Arbeiten seit 1962, lehrt seit 1979 an der HTBLA für Kunst und Design, Mitglied des Forum Stadtpark.

Lebt in Graz und Piran.

Fakten

Styrians. Bis 6. Juni. Marenzi Galerie, Leibnitz, Bahnhofstraße 14. www.kael.at

Vergangen und vergessen. Pavelhaus, Laafeld/Potrna 30. Eröffnung: 8. Mai, 18.30 Uhr. Bis 27. Juni. www.pavelhaus.at

Slowenische Fotografie. Bis 20. Mai. galerie remixx, Graz, Herrengasse 7/5. www.galerie-remixx.at

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