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    Zuletzt aktualisiert: 15.03.2009 um 05:00 UhrKommentare

    Auf der Suche nach drittem Massengrab

    Eine Pensionistin aus Graz und ein Anwalt aus Marburg erinnern sich an die Massaker der Tito-Partisanen nach Kriegsende.

    In diesem Berg wurden die Opfer lebendig begraben

    Foto © Hans BreiteggerIn diesem Berg wurden die Opfer lebendig begraben

    Hilde Wenzel war 17 Jahre alt, als sie ihren Vater das letzte Mal sah. "Nach Kriegsende wurde er gefangen genommen. An der Sulm musste er mit den anderen Häftlingen erschossene Deserteure der deutschen Wehrmacht ausgraben", erinnert sich die Pensionistin. "Dann war er plötzlich weg."

    Erstellung der Todeslisten. Die Grazerin zeigt auf ein Blatt Papier. Es ist die Todeserklärung ihres Vaters, ausgefertigt am 12. Juli 1948 im Bezirksgericht Leibnitz: "Karl Stift wird über Antrag seiner Gattin für tot erklärt und der 25. Juni 1945 als der Tag bestimmt, welchen der Vermisste nicht überlebt hat." In der Begründung sind zwei Männer als Auskunftspersonen angeführt. Beide Männer wussten genau, was damals am 25. Juni 1945 geschehen war. Der eine war Gefängniswärter, als die Tito-Partisanen 45 Häftlinge mit Lastwagen abtransportierten. Der andere soll die Erstellung der Todeslisten mit den 45 Namen veranlasst haben.

    Hauptverdächtige bei Ermittlungen. "Dieser Mann wurde während des Krieges von den Nazis verdächtigt, dass er mit den Partisanen zusammenarbeitet. Weinend ist er mit Frau und Kindern zu meinem Vater, dem Ortsgruppenleiter von Leibnitz-Süd, gekommen und hat um Schutz ersucht. Vater hat ihm geholfen", erzählt Hilde Wenzel. Viele Jahre lang galt dieser Mann als einer der Hauptverdächtigen bei den Ermittlungen im Karwald-Massaker, ehe das Verfahren Mitte der 50er Jahre endgültig niedergeschlagen wurde.

    "In Grab verscharrt". "Es ist bis heute nicht klar, wo mein Vater begraben ist." Hilde Wenzel weiß von einem dritten Grab im Karwald. "Zwei Gräber wurden geöffnet. Ich erinnere mich, dass die Suche nach dem dritten Massengrab untersagt wurde." Karl Stift und weitere 20 Verschleppte dürften in diesem Grab verscharrt worden sein.

    Lokalaugenschein. Knappe 30 Kilometer vom Karwald entfernt, in Marburg, sitzt der 78-jährige Rechtsanwalt Dusan Ludvik Kolnik in seiner Kanzlei vor Aktenbergen. "Ich war 13, als die Tito-Partisanen rund um Marburg fürchterliche Massaker angerichtet haben. Ich habe das alles mitbekommen. Das belastet mich heute noch."

    Die Schuldigen vor Gericht bringen. Kolnik war fünf Jahre lang Richter, später machte er sich selbstständig und eröffnete eine Anwaltskanzlei. Sein Ziel ist es, die Schuldigen vor Gericht zu bringen. "Es leben noch mehrere von ihnen, auch der Hauptverantwortliche, der die Verbrechen befohlen hatte."

    Aufklärung. Dieser Mann ist heute über 90 Jahre alt und lebt in Marburg. Einer seiner Söhne ist Richter am slowenischen Höchstgericht. "Sechs Mal habe ich ihn angezeigt, einmal sogar eingeklagt. Alle Verfahren wurden abgewiesen. Es hat niemand Interesse, die Gräueltaten aufzuklären."

    Mit Maschinengewehren niedergeschossen. Im Pohorje-Gebirge (Bachern), wo sich heute ein bekanntes Schigebiet befindet, haben die Partisanen besonders grausam gewütet. "Die Menschen wurden mit Stacheldraht gefesselt, mit Maschinengewehren niedergeschossen und in Höhlen geworfen", erzählt Advokat Kolnik.

    Eingänge gesprengt. Wir stehen in einem Laubwald vor einem Holzkreuz mit einer Gedenktafel. "Hier gibt es drei Stollen. Darin suchte die Bevölkerung während des Krieges vor Bomben Schutz. Danach haben die Partisanen Massen von Menschen hineingetrieben und die Eingänge gesprengt. Ein qualvoller Tod . . ." Kolnik kämpft dafür, dass die Stollen geöffnet werden.

    500 Menschen erschossen. Tausende Tote sollen rund um Marburg vergraben sein. "Allein 500 Gefangene wurden am 12. Juni 1945 im Keller des Marburger Gerichtsgefängnisses erschossen. Diese Menschen haben niemandem etwas getan", sagt der Anwalt und zeigt auf ein Protokoll des Bezirksgerichtes Murau aus dem Jahr 1949. Kolnik: "Ein Überlebender hat die Taten vor einem österreichischen Richter bestätigt."

    HANS BREITEGGER

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