"Es ist eine Form, danke zu sagen"
Zahlreiche Bürgermeister halten auch in Zeiten des Sparens an der Tradition der Neujahrsempfänge fest. Vielerorts wird überschaubar budgetiert, in Lannach wird ordentlich berappt.
Vielerorts sind die Neujahrsempfänge der Bürgermeister eine lange gepflegte Tradition. Eine Tradition die klarerweise auch Geldmittel erfordert und daher die Frage aufwirft: Sind solche Veranstaltungen in Zeiten immer knapper werdender Gemeindebudgets überhaupt noch leistbar und notwendig?.
Für Helmut Leitenberger, Ortschef der Bezirksstadt Leibnitz, ist die Frage schnell beantwortet: "Es ist ein schöner Rahmen, um danke zu sagen und eine Wertschätzung jenen Menschen gegenüber, die für die Stadt arbeiten. Das muss es uns wert sein." Rund 3500 Euro gibt die Stadt Leibnitz für die Veranstaltung aus, für den Ortschef ein "tragbarer Betrag". Wobei er seinem Kollegen aus Kaindorf, Kurt Stessl, Blumen streut: "Ich finde es gut, wie es der Kurtl macht, mit Würsteln und Getränken." Auch für Kurt Stessl ist die Veranstaltung eine Form der Anerkennung und eine Möglichkeit zur zwanglosen Kommunikation. Eingeladen ist die ganze Bevölkerung, rund 400 Gäste hat man heuer gezählt. Für die gab es Frankfurter Würstel, Bier und Wein. "Das ist sehr sparsam ", so Stessl.
Ordentlich was kosten lässt sich hingegen der Lannacher Gemeindechef Josef Niggas seinen Empfang für rund 400 Gäste. Zwischen 16.000 und 18.000 Euro sind budgetiert. Für ihn ist die Summe gerechtfertigt. "Es ist immerhin ein Danke an jene, die dafür sorgen, dass es der Gemeinde gut geht." Bescheidener gibt sich Ortschef Johann Weinzerl aus Lebring: "Für mich ist der Empfang ein Danke an die Lebringer. Große Sprünge machen wir heuer aber nicht."
Auch in St. Nikolai im Sausal sieht man das ähnlich. "Jeder Bewohner meiner Gemeinde ist eingeladen. Der Gemeindevorstand möchte sich mit einem Essen für die Zusammenarbeit im letzten Jahr bedanken", erklärt Bürgermeister Kurt Kada.
Eine komplett andere Sichtweise vertritt Josef Sommer, Bürgermeister von Bad Radkersburg. Seit 2010 veranstaltet der Ortschef keinen Neujahrsempfang mehr. "Ich möchte dem Spargedanken voll Rechnung tragen und lieber etwas Nützliches für die Gemeindemitglieder tun." Aus diesem Grund hat er am Hauptplatz einen Eislaufplatz installieren lassen. "Das ist ein wunderbares Danke und die Gemeinde spart zusätzlich", so Sommer.
In der Gemeinde Mureck setzt man ebenfalls auf den Spargedanken. In einem Zweijahresrhythmus wird es künftig einen Empfang geben. "Der Bürgermeisterempfang wird dann aber im März stattfinden", so Gemeindechef Josef Galler.








