Ein kühles Blondes von Roboterhand
Vier Schüler der HTBLA Kaindorf arbeiten im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Konstruktion eines Roboters, der Getränke auf Zuruf selbstständig einschenkt. Eine Idee mit viel Potenzial.
Bei ihrem Maturaball am 27. November in der Koralmhalle werden sie die Getränke noch selbst mixen. Läuft alles nach Plan, könnte diese Aufgabe schon bald ein Roboter übernehmen. Vier Schüler der 5BHMIA-Klasse der HTBLA Kaindorf arbeiten nämlich an der Konstruktion eines Getränkemisch-Roboters. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit wollen die angehenden Maturanten Kevin Loigge, Georg Markowitsch, Alexander Meister und Stefan Veit einen Prototypen schaffen, der auf Zuruf und mit Videounterstützung ein leeres Glas aus dem Regal nimmt und mit einem bestimmten Getränk auffüllt.
Eine lustige Idee, die aber einen ernsthaften Hintergrund hat. "Wir wollen damit die Basis für einen Roboter schaffen, der ältere oder körperlich eingeschränkte Personen in ihrem Alltag unterstützt. Das Einschenken eines Getränks ist nur der Anfang, da ist sicher noch vieles möglich", erklärt das innovative Quartett.
Tatkräftig unterstützt werden die jungen Automatisierungstechniker nicht nur von ihren Betreuungslehrern, sondern auch von "simon listens". Der Verein für Forschung und Lehre aus Gralla mit Obmann Franz Stieger und den Projektbetreuern Peter Grasch und Alexander Breznik stellt den Schülern seine gleichnamige Spracherkennungssoftware zur Verfügung. Die Eigenentwicklung ist bereits auf verschiedenen Plattformen im Einsatz und kann gratis aus dem Internet heruntergeladen werden (die Kleine Zeitung berichtete). "Wir haben schon mehrere Projekte mit HTL-Schülern gemacht. Dieses konkrete hat aber sehr viel Potenzial. Italienische Forscher, mit denen wir bei einem anderen Hilfsroboter-Projekt zusammenarbeiten, haben bereits Interesse bekundet", berichtet Stieger.
Flexible Verwendung
Trotz der vielen Vorschusslorbeeren wartet auf die Schüler bis Mai nächsten Jahres noch eine Menge Arbeit. Dann muss die Diplomarbeit nämlich abgegeben werden und der Roboter funktionstüchtig sein. Der Roboter selbst wurde zwar fix und fertig von der Schule angekauft. Aufgabe der Schüler ist es aber, ihn für das Einschenken von Getränken zu modifizieren. "Wir haben bereits einen Greifarm konstruiert, der aber noch verfeinert werden muss. Schließlich soll er eine 0,25 Liter-Dose ebenso halten können wie eine 1,5 Liter-Flasche", so die Schüler.
Größte Herausforderung ist es, die einzelnen Module - Sprach- und Videoerkennung sowie Robotersteuerung - miteinander zu verbinden. "Die Sicherheit muss dabei immer gewährleistet sein, schließlich darf niemand durch den Roboter zu Schaden kommen", erklären die Schüler, die sich schon auf das erste von Roboterhand eingeschenkte Getränk freuen: ein kühles Blondes.
Features
Kommentar
ZUM PROJEKT
Als Plattform dient ein Vertikal-Knickarm-Roboter mit sechs Achsen.
Dieser soll so modifiziert werden, dass er auf Zuruf ein Glas und eine Flasche aus einem Regal entnimmt, diese öffnet und den Inhalt ins Glas schenkt.
Neben einem Greifarm kommen Webcams und die Spracherkennungssoftware "simon listens" zum Einsatz.








