Tragischer Todesfall beim HTL-Maturaball
Onkel eines Schülers erlitt während des Balls in der Koralmhalle einen Herzstillstand. Wiederbelebung blieb erfolglos, Ball wurde abgebrochen.
Dramatische Szenen spielten sich beim Maturaball der Mechatronik-Klassen der HTL Kaindorf am vergangenen Samstag in der Deutschlandsberger Koralmhalle ab. Ein Ballgast, der Onkel eines Schülers, kippte gegen 23 Uhr plötzlich an seinem Tisch nahe der Tanzfläche zu Boden. Zwei Ärzte, einer davon aus der Familie des Betroffenen, sowie ein anwesendes Team des Roten Kreuzes begannen sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.
Verzweifelt versuchten die Helfer im Ballsaal - abgeschirmt von Tüchern - und später hinter der Bühne, den 65-Jährigen zu reanimieren. Ohne Erfolg allerdings. Sein Herz begann nicht mehr zu schlagen. "30 Jahre bin ich nun beim Roten Kreuz, so etwas habe ich noch nie erlebt", war selbst ein langjähriger Rot-Kreuz-Mitarbeiter von den Geschehnissen vor Ort betroffen.
Die Maturanten - 28 Burschen und ein Mädchen - betraten nach einer kurzen Beratung geschlossen noch vor Mitternacht die Bühne. Sichtlich getroffen, aber gefasst, erklärte Moderator und Schüler Franz Koberg, dass der Maturaball wegen des tragischen Todesfalles abgebrochen werde. "Diese Entscheidung war toll und menschlich in Ordnung", zollte Klassenvorstand Peter Nöhrer den Schülern Respekt.
Während die verzweifelten Angehörigen des Verstorbenen psychologisch betreut wurden, begannen die Schüler - unterstützt von Eltern und Lehrern - noch in der selben Nacht mit den Aufräumarbeiten. Eine Psychologin führte frühmorgens dann noch Gespräche mit den Schülern. "Die Klasse war psychisch sehr stabil", so Direktor Günter Schweigler.
Pietätlos
Verwundert zeigte sich der Schulleiter über einige pietätlose Gäste. "Ich wurde von zwei Personen angesprochen, die mit dem Abbruch des Balles nicht einverstanden waren." Um den finanziellen Schaden zu mindern, hofft man auf ein Entgegenkommen von Stadt, Lieferanten, Security oder Musik. "Dieses Erlebnis wird die Klassen ein Leben lang verfolgen. Vielleicht finden wir im Sommer dennoch einen guten Abschluss", hofft Schweigler.








