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Zuletzt aktualisiert: 25.04.2012 um 05:55 UhrKommentare

Ärger um das "Solar-Lotto"

Für jene Steirer, die eine Fotovoltaikanlage erreichten wollen, geht es am Mittwoch ab 18 Uhr um die Förder-Wurst. Anbieter von Sonnenstromanlagen kritisieren das Lotteriespiel um das Geld.

Rund tausend Steirer können sich Mittwochabend über Solar-Fördergeld freuen. Der Rest geht wieder leer aus

Foto © FotoliaRund tausend Steirer können sich Mittwochabend über Solar-Fördergeld freuen. Der Rest geht wieder leer aus

Fix ist vorab gar nichts, doch die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren lehren: Es werden wieder mehrere Tausend Steirer sein, die sich am Mittwoch ab 18 Uhr ein Rennen um die Fotovoltaikförderungen des Bundes liefern - und die auf der Förderhomepage (siehe rechts) um die Wette klicken. Nur wer schnell genug ist, kommt zum Zug.

Ein "Solar-Lotto" mit geringer Planungssicherheit, an dem weder Anbieter noch Interessenten von Sonnenstromanlagen Freude haben. "Eigentlich sollte es doch darum gehen, dass mit dem Fördergeld der größtmögliche Nutzen erzielt wird", sagt Christian Purrer, Vorstandssprecher der Energie Steiermark. "Das bietet das System aber nicht. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, ganz egal, ob die Fotovoltaikanlage wirtschaftlich geplant ist oder nicht."

Investitionsförderung

So verleitet die Investitionsförderung viele zum Bau von verhältnismäßig großen Anlagen. Tatsächlich aber geht das oft nach hinten los. Denn nur wer einen hohen Anteil des selbst erzeugten Stroms direkt verbraucht und nicht ins Netz einspeist, holt sich die Kosten über die Ersparnisse bei der Stromrechnung rasch zurück. Wer dagegen selbst wenig Strom braucht oder nur abends, aber eine große Fotovoltaikanlage baut, zahlt am Ende eher drauf.

Auch beim steirischen Fotovoltaikanbieter Stanilux in Heimschuh schüttelt man den Kopf. Denn durch das Fördersystem fallen kleine und mittlere Firmen um potenzielle Kunden um, kritisiert Geschäftsführerin Silvia Hubmann. "Man erfährt immer erst drei Wochen vor Förderbeginn, wie viel Geld es geben wird. Dann wollen alle Interessenten gleichzeitig Angebote von uns, weil ja die Zeit drängt. Da müsste ich 20 Außendienstmitarbeiter haben, um das zu schaffen. So verlieren wir jedes Mal Kunden."

Purrer will sich nun bemühen, bei der Politik für das nächste Jahr bessere Bedingungen zu erreichen. "Es ist außerdem nicht einzusehen, dass es für die Steiermark, wo das Interesse am größten ist, nicht einen größeren Anteil an Fördermitteln gibt", kritisiert der Estag-Chef.

GÜNTER PILCH

Fördergeld

Beauftragung. Ein Anbieter muss mit der Errichtung der Fotovoltaikanlage beauftragt werden. Erst dann gibt es Fördergeld.

Der Antrag auf Förderung kann nur online (Mittwoch ab 18 Uhr) gestellt werden. Innerhalb von 72 Stunden sind weitere Daten (wie Bankverbindung, Anlagedetails) hochzuladen.

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