Riesenwirbel bei Stall-Vorstellung
Die Präsentation der Ferkelproduktion in Gralla wurde am Donenrstag nach einigen Minuten abgebrochen: Andrang war so groß, dass die Situation zu eskalieren drohte. Nun wird in die Mehrzweckhalle Gralla ausgewichen.

Foto © APA/Sujet
Eigentlich wollten Donnerstagabend der Tierarzt Peter Irgang und die Landwirte Peter Holler, Maria Huss, Karl Krasser und Josef Höller ihre geplante Ferkelzucht in Gralla offiziell vorstellen. Und sich dabei im Heurigen Gramm den Fragen der Anrainer und Interessierten stellen. Dazu kam es aber gar nicht - denn bereits nach den ersten Worten von Irgang musste die Bürgerversammlung, zu der von der PIG Ferkel GmbH. auch einige Experten für Natur- und Wasserschutz sowie Juristen eingeladen worden waren, abgebrochen werden.
Der Grund: Der viel zu kleine Saal im Heurigen platzte aus allen Nähten, der einzige Verbindungsgang war voller Menschen, selbst der Gastraum war bummvoll. Nur die rund 60, 70 Leute in den Sitzreihen (vornehmlich Angehörige der Projektwerber) konnten den Ausführungen von Irgang lauschen, ein großer Teil der Interessierten sollte aber wenig bis nichts mitbekommen.
"Eine Frechheit", wie zahlreiche Gäste meinten. Als schließlich "Wir wollen rein" skandiert wurde, selbst Reporter nicht ungestört ihrer Arbeit nachgehen konnten und die Stimmung im Saal immer verärgerter wurde, wurde der Info-Abend unterbrochen - und schließlich nach Beratungen der Verantwortlichen mit Grallas Bürgermeister Hubert Isker gänzlich abgebrochen. "Wir sind überwältigt von diesem Ansturm", versuchte Geschäftsführer Irgang die teils aufgebrachten Zuhörer zu beschwichtigen. "Wir haben nicht mit so vielen Leuten gerechnet", zeigte sich auch sein Kollege Peter Holler überrascht.
Die Informations-Veranstaltung der PIG Ferkel GmbH. soll jedenfalls bereits in den kommenden Tagen nachgeholt werden - in der viel mehr Platz bietenden Mehrzweckhalle in Gralla. Da werden wohl auch die Tierschützer, Umweltaktivisten und Vertreter der Grünen wieder präsent sein. Sie hatten sich Donnerstagabend mit Plakaten und Tafeln vor dem Heurigen Gramm versammelt, um ihren Protest gegen die geplanten Großstallungen nahe der Gralliger Au kundzutun.
Neue Bürgerinitiative
Das Projekt wird tatsächlich auch überregional mit Interesse verfolgt: Bekanntlich will die Gesellschaft um 8,5 Millionen Euro eine Ferkelproduktion ungewohnten Ausmaßes aufziehen. 2100 Muttersauen und bis zu 50.000 Ferkel pro Jahr sollen in den Stallungen untergebracht werden. Derzeit ist das Projekt allerdings erst in der Anfangsphase, Unterlagen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung werden gesammelt.
Indes sind auch die Kritiker aktiv: Am 14. Dezember wird in der Mehrzweckhalle Gralla eine "Bürgerinitiative gegen die Schweinefabrik" gegründet. "Denn solche Dimensionen - das ist ja nicht mehr normal", poltert Walter Ultes, scheidender Geschäftsführer der Leibnitzerfeld Wasserversorgung.
Features
Kommentar
DAS PROJEKT
Die PIG Ferkel GmbH. rund um Tierarzt Peter Irgang, will die Großstallungen unmittelbar bei der Mur-Au in Gralla errichten - in einem sensiblen ökologischen Gebiet.
In sieben miteinander verbundenen Stallungen sollen knapp 2100 Muttersauen, die im Schnitt 24 Ferkel pro Jahr werfen, untergebracht werden.
Derzeit werden Unterlagen für die UVP gesammelt.








