Flinke Hände zaubern Kunstwerke
In der Berufsschule Gleinstätten fand gestern der Lehrlingswettbewerb der Bäcker und Fleischer statt. Mit großem Ehrgeiz wurden dabei viele Köstlichkeiten hergestellt.

Foto © PacherneggBäckerlehrling Tamara Rinnhofer verziert mit Genauigkeit ihre letzten Plundergebäckstücke
Jeder Teilnehmer ist ein Sieger", erklärt Günther Stangl, Bäcker-Juror beim Lehrlingswettbewerb der Bäcker und Fleischer der Landesberufsschule Gleinstätten.
Nach einer Anmeldephase mit anschließendem Vorausscheid wurden fünfzehn Bäcker und zehn Fleischer ausgewählt, die gestern den Wettbewerb in der jeweiligen Disziplin bestritten. Geprüft wurden die Bereiche Fachwissen, praktische Umsetzung, Handwerk und Kreativität. Zusätzlich wurde den Bäckern das Thema "Burgen und Schlösser" vorgegeben. "Hier sieht man die kreativen Köpfe. Die Lehrlinge haben Kronen, Harfen und diverse Schwerter aus Teig hergestellt", erzählt Stangl. Nur bei der Verfeinerung und Verzierung seien die Schüler nicht so innovativ. "Auf traditionelles Mohn- und Sesamdekor wird gerne zurückgegriffen. Neue Kombinationen sind sehr selten", so Stangl.
Um den Lehrlingen die Angst vor der Lehrabschlussprüfung zu nehmen, ist der Wettbewerbstag mit einer Generalprobe zu vergleichen. "Die Lehrlinge durchlaufen denselben Ablauf wie bei der Abschlussprüfung. So haben sie die Möglichkeit, noch an ihren Schwächen zu arbeiten und sich sicherer zu fühlen", erklärt Stangl.
Bei den Fleischern wird auf Genauigkeit besonderer Wert gelegt. "Der erste Prüfungsteil besteht aus dem Herstellen von Frankfurtern. Sie müssen exakt gleich schwer und gleich lang sein. Fingerspitzengefühl ist gefragt", erklärt Juror und Landesinnungsmeister für Fleisch, Josef Mooshammer. Heuer hat nur ein Mädchen am Wettbewerb der Fleischer teilgenommen. "Die Fleischerarbeit kann manchmal beschwerlich sein. Die fehlende Kraft ist oft das Problem, weshalb nur wenige Mädchen diesen Beruf ergreifen möchten", so Mooshammer. Doch auch die kreative Seite wird zum immer wichtigeren Bestandteil des Berufs. So ist das Fertigen eines Portions- und eines Bratengerichts der Abschluss des Prüfungstages.
"Heutzutage veredelt ein Fleischer das Fleisch. Daher ist es nötig, den Lehrlingen den Weg in die schnelllebige Zukunft zu zeigen. Es wird immer wichtiger, den Konsumenten küchenfertige Produkte anzubieten", so Jurorin Kathrin Jauschnig.
Die Ernsthaftigkeit, die hinter dem Wettbewerb steht, wird im Arbeitsraum der Fleischer greifbar. Die Lehrlinge sind ruhig, ordentlich und vor allem genau bei der Sache. Schließlich ist das Ziel zum Greifen nahe. Die drei Erstplatzierten werden im Laufe des Jahres zum Bundeswettbewerb fahren und dort ihr Können unter Beweis stellen.








