100 Segelboote in friedlicher Mission
Eine Woche waren 900 Kinder aus ganz Europa auf 100 Boten in der kroatischen Adria unterwegs. Die Mission der Friedensflotte: Gemeinsam Segel setzen und einem oft tristen Alltag davon fahren.

Foto © APAEine Woche waren 900 Kinder aus ganz Europa auf 100 Boten in der kroatischen Adria unterwegs
Am Donnerstag hat der sechsjährige Lukas einen Milchzahn verloren. Der große Wunsch an die Zahnfee: Ich will nächstes Jahr wieder bei der Friedensflotte dabei sein. Denn die letzte Woche auf dem Segelboot unter wolkenlosem Himmel und auf azurblauem adriatischen Meer war für den Buben, der im Kinderheim Arnfels lebt, ein Ausbruch aus dem tristen Alltag.
"Es war die schönste und reibungsloseste Flotte, die wir je hatten", zieht Flottenleiter und Organisator Leo Frey Resümee. Letzten Samstag sind sie in See gestochen, 900 Kinder und Jugendliche aus 16 Nationen auf 100 Segelbooten vereint. Das sind die Kennzahlen der Friedensflotte Mirno More, die sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche eine Woche aufs Meer und damit näher zueinander bringt.
Mirno More, das bedeutet friedliches Meer und steht nicht nur für die ruhige kroatische Adria. "Toleranz und soziales Miteinander, das sollen die Kinder auf den Booten lernen", sagt Frey. Und dafür eignet sich ein Boot besonders, denn: "Auf dem Schiff kann man vor Problemen nicht davon laufen", erklärt Frey die Idee, die heuer schon in die 16. Wiederholung ging. Und so wird alles gemeinsam erledigt - die Segel setzen, einkaufen gehen oder auch das Schiff steuern.
Keine Unterschiede
Verständigungsprobleme gibt es zwischen den Kindern aus dem Kosovo, Kroatien, Slowenien, der Türkei oder Ghana dabei keine. "Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund und leben in Österreich", sagt Frey. Die unterschiedlichen Sprachen, Religionen oder Hautfarben dürfen dabei aber keine Rolle spielen.
Dass heuer auch acht Kinder aus dem Kinderheim in Arnfels dabei waren, ist den Leibnitzern Andrea Reich und Gerhard Allwinger zu verdanken. Durch ihre Initiative sahen die fünfjährige Vanessa als allerjüngstes Crewmitglied und ihre Brüder Lukas (7) und Dominik (10), die alle drei seit einem Jahr im Heim leben, zum ersten Mal das Meer.
Gestern sind die Schiffe wieder in die Heimathäfen eingelaufen. Doch zuvor ließen alle 900 Kinder noch einen Luftballon steigen, mit einem persönlichen Wunsch dran gehängt. Die Wünsche dürften wohl ähnlich gelautet haben, wie der, den Lukas an die Zahnfee schickte.








