Mord an Frau: Raubopfer als Zeugin gesucht
Im Deutschlandsberger Frauenmord sucht die Kripo nun nach einer Frau, die voriges Jahr von mehreren jungen Burschen beraubt wurde.
Sie wurde mit einem Ast niedergeschlagen, in den Wald gezerrt und unter Laub begraben: Der brutale Mord an Edith Brandstätter (76) aus Deutschlandsberg Anfang Juli dieses Jahres ist noch immer ungeklärt. Doch jetzt hat die Mordgruppe des Landeskriminalamtes wieder neue Ermittlungsansätze. Gesucht wird eine Frau, die vor einem Jahr von mehreren jungen Burschen beraubt wurde.
Wald. Der Bereich rund um den Mischwald, in dem Edith Brandstätter am Abend des 13. Juli dieses Jahres gefunden wurde, war zum Zeitpunkt der Tat Treffpunkt verschiedener Cliquen: Drogenabhängige, Alkoholiker, Arbeitslose und Jugendliche hielten sich häufig dort auf. Edith Brandstätter wohnte in der Erlengasse, unweit jener Stelle, an der sie am 9. Juli 2007, vermutlich zwischen zwölf und 14 Uhr, überfallen und getötet wurde. Und offensichtlich war es nicht der erste Überfall in dieser Gegend . . .
Erlebnis. In der Redaktion der Kleinen Zeitung meldete sich nun eine Frau und schilderte ihr unangenehmes Erlebnis mit drei Burschen: "Ich war am Panoramaweg mit dem Fahrrad Richtung Stadt unterwegs. Da hielten mich drei junge Männer an und wollten von mir ein Klopapier. Einer stellte sich vor mich hin und hinderte mich an der Weiterfahrt. Als sich ein Passant näherte, rannten die Burschen aber davon."
Radfahrerin. Diese Frau wusste noch von einem anderen Vorfall zu berichten. Eine Radfahrerin hatte ihr erzählt, dass sie dort ebenfalls von mehreren Burschen angehalten und sogar ihrer Geldtasche beraubt worden sei. Sie hatte die Tat aber nicht angezeigt. Nun suchen die Mordermittler nach diesem Raubopfer. Chefinspektor Anton Kiesl: "Die Frau kann uns bei den Erhebungen einen großen Schritt weiterhelfen. Wir hoffen, sie meldet sich bei uns. Ihre Aussage wird vertraulich behandelt."
Motiv.
Die Kripo geht davon aus, dass das Motiv für das Verbrechen an Edith Brandstätter Beschaffungskriminalität war. "Deshalb haben wir die Ermittlungen unter den Drogen- und Alkoholsüchtigen verstärkt", so Kiesl. Rund 60 Personen wurden bereits befragt und überprüft, weitere Einvernahmen stehen unmittelbar bevor. Die Spurenauswertung gibt den Kriminalisten ebenfalls Hoffnung.
Übrigens: Die Gruppen, die sich bis zum Mord an der Pensionistin in Tatortnähe aufgehalten hatten, sind jetzt verschwunden.













