Nach Überfall auf Schüler gab es Ausgangsverbot
Noch immer offene Fragen nach dem Überfall auf 16-jährigen Steirer in Frankreich. Opfer erholt sich nach Nasenoperation gut, Mitschüler werden einvernommen. Schlägertrupp war offenbar bekannt.

Foto © JustDer Schüler und ein Mitschüler wurden von 15-20 Personen brutal misshandelt
Der Überfall auf einen 16-jährigen BORG-Schüler aus Deutschlandsberg während einer Projektwoche in Antibes (Cote d'Azur, Frankreich) beschäftigt weiter die steirischen Kriminalisten. Wie berichtet, waren die schweren Verletzungen von Kurt P. erst nach dessen Rückkehr in die Steiermark diagnostiziert worden - eine Woche nachdem er brutal zusammengeschlagen worden war.
Operation. Nach einer Operation erholt sich der Schüler im Grazer Elisabethinenspital. Öffentlich darüber sprechen wollen weder er noch seine Eltern - es sei ohnehin schon alles gesagt. "Die Operation des Nasenbeinbruches ist problemlos verlaufen", teilte der behandelnde Oberarzt Klaus Jakse mit, die Verletzungen werden ohne Folgen verheilen. Ob die Kollegen im französischen Spital die Nasenzertrümmerung und den Schädelbasisbruch übersehen haben könnten, wollte Jakse nicht kommentieren. "Das wäre Spekulation. Aus heutiger Sicht hat für den Patienten aber keine lebensbedrohliche Situation bestanden." Ein Schädelbasisbruch ohne Verschiebung heile in der Regel folgenlos ab.
Zwischenfall. Passiert ist der Zwischenfall schon am ersten Tag. "Kurt und ein Freund sind am Abend zuerst zu einem Supermarkt, dann zum McDonald's gegangen. Ganz in der Nähe zu unserer Anlage wurden sie dann von einer Gruppe überfallen", erzählt ein Reiseteilnehmer. Die Lehrer haben mit einem Ausgangsverbot reagiert. "Sie sagten, wir sollten in den Zimmern bleiben und wenn, dann nur in größeren Gruppen rausgehen". Einmal sei man dem Schlägertrupp - der bei der örtlichen Polizei angeblich bekannt ist - sogar noch begegnet.
Schutz. Auch Direktor Fritz Malli nahm im Gespräch mit der Kleinen Zeitung noch einmal die Professoren in Schutz: "Mir sind auch keine Vorwürfe der Eltern uns gegenüber bekannt". Die Schüler hätten in Gruppen bis 22 Uhr die Gegend erkunden dürfen, nach dem Überfall habe man entsprechend gehandelt. Unverständlich sei aber, wie man im Krankenhaus die schweren Verletzungen übersehen konnte.
Ermittler. Das will auch Ermittler Anton Kiesl vom Landeskriminalamt wissen, ebenso, was an der Cote d'Azur zur Ausforschung des Schlägertrupps getan wurde. Noch aber habe er keine Unterlagen aus Frankreich erhalten. Und auch das Verhalten der Lehrer müsse nochmals hinterfragt werden. Am Mittwoch wurden Mitschüler des Opfers einvernommen.












