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Zuletzt aktualisiert: 05.06.2007 um 12:00 Uhr

Rose zeigt Flagge: Schilcherland will Kompetenzzentrum werden

Roseweinfestival ab 15. Juni in der Weststeiermark soll eigenständige Positionierung unterstützen.

Foto © Steiermark Tourismus

Der Rose, also vergorener Traubenmost aus schnell gepressten Rotweinsorten, ist in der weiß-roten Weinwelt, in der breite Vermarktung und einheitliche Geschmackstandards zählen, ins Hintertreffen geraten. Dem versuchen Winzer, Gastronomen, Touristiker und Kulturschaffende des weststeirischen Schilderlandes gegenzusteuern: Von 15. bis 30. Juni steigt das Internationale Roseweinfestival, das 60 Veranstaltungen vom Fachsymposion über Blindverkostungen bis zu Konzerten und Lesungen umfasst.

"Ein Rose ist ein Rose ist ein Rose" lautet der Titel der zweiten Auflage des Kulinarik-Festivals in Anlehnung an Gertrude Stein, der unterstreichen soll, dass sich, wenn etwas mit sich selbst identisch ist, alle Fragen erübrigen. Der Rose hat Selbstfindung offenbar nötig: Im Wettstreit der Giganten von Pinot bis Sauvignon ist er in den vergangenen zehn, 15 Jahren untergegangen, weiß Winzer Franz Strohmeier. In der Steiermark, wo sich die 450 Hektar Schilcher-Flächen fast ausschließlich auf den Bezirk Deutschlandsberg beschränken, ist der Sortenanteil von 17 auf 13 Prozent gefallen, besagen die Zahlen der Landwirtschaftskammer.

40 Typen. Dabei hat allein der aus der Blauen Wildbacher Traube gewonnene Schilcher eine große Bandbreite - vom modischen Schilcher-Sturm über den klassischen lachs- bis altrosafarbenen Rose bis zum Rotwein. Schon in den 1930er Jahren waren 40 Typen Schilcher bekannt, darunter der Spätblaue Wildbacher, der als vermutlich älteste Variante bis in die Keltenzeit zurückgehen soll.

Expertentreffen. Für Strohmeier ist die Geschichte ein Grund, warum das Schilcherland zu einem Kompetenzzentrum für Rosewein werden soll. Ein Fachsymposion in Stainz (16.6.) soll dies unterstreichen, einen Beitrag dazu leisten. Ausgehend von einer Analyse der Ist-Situation werden Qualität und Entwicklungspotenziale ausgelotet, regionale Besonderheiten und Marktchancen sowie Imagefragen unter Leitung des "neutralen" norwegischen Rose-Experten Arne Ronold diskutiert. Wert gelegt wird auch darauf, dass die zur Verkostung bereit stehenden Weine aus Österreich, Slowenien, Frankreich, Deutschland und Italien von den Produzenten selbst präsentiert werden. "Als eigenständiges Nischenprodukt hat der Rose auf der ganzen Welt eine Chance", ist sich Winzer-Sprecher Strohmeier sicher.


Termin

2. Internationale Rosewein-Festival, Weststeiermark, 15. bis 30. Juni.

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