"Frau als Lustobjekt": Aufregung um "Fire Girls"-Auftritt
Frauenbeauftragte kritisiert "Fire Girls"-Auftritt in Groß St. Florian als "weitere öffentliche Veranstaltung, die durch Sexismus glänzt".

Foto © Hans Ast
Am Samstag wurde die Ausstellung "Mythos Uniform" im Steirischen Feuerwehrmuseum Groß St. Florian eröffnet. Mit einem gewohnt aufwändigen Showprogramm, das als Benefizveranstaltung über die Bühne gegangen ist. Mit dabei waren auch zwei "Fire Girls" im Bikini - und eben diese sorgen nun bei Brigitte Hinteregger, unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz, für Empörung.
Sexistisch. In einem E-Mail spricht sie von einer "weiteren öffentlichen Veranstaltung, die durch Sexismus glänzt". Frauen würden dadurch nicht als Teil der wichtigen Berufsgruppe Feuerwehr dargestellt sondern als Objekte männlicher Begierde - in einer sexistischen Art und Weise. Diese Form der Eröffnung ist für sie aus zweierlei Gründen bedenklich und skandalös: Einerseits würde Frauen in dieser Form der Darstellung die Rolle des Lustobjektes zugeteilt. Und andererseits würde das Bild vermittelt, dass Frauen und Mädchen in der Feuerwehr mit Nacktheit und als Showgirl gefragt seien.
Unverständlich. Museumsobmann Reinhold Purr stellt klar: "Ich bedaure, dass Frau Hinteregger nicht vor Ort dabei war. Dann hätte sie eine schöne Show erlebt, die zu keiner Zeit den Eindruck vermittelt hat, es stecke eine sexistische Motivation dahinter. Die beiden Fire Girls waren eine Ergänzung der Gesamtshow, und ihr Auftritt war durchaus bescheiden gehalten." Den pornografischen Zugang sieht Purr schon gar nicht: "Dann dürfte keine Frau einen Bikini tragen."
Eigenmarke. Dem schließt sich auch Museumsleiter Hannes Weinelt vollinhaltlich an: "Die Fire Girls sind eine eigene Marke mit eigenen Uniformen, kreiert von einer Werbeagentur. Mit der Feuerwehr haben sie gar nichts zu tun. Wir hätten auch gerne Feuerwehrfrauen dabei gehabt, aber diese hatten keine Zeit." Die Fire Girls seien im Showgeschäft tätig und seien in Groß St. Florian auch als Werbeträgerinnen für den Fire Girls-Kalender unterwegs gewesen. Wobei Weinelt betont: "Die hundert Kalender haben sich je zur Hälfte Frauen und Männer signieren lassen."











