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Zuletzt aktualisiert: 02.10.2012 um 11:38 UhrKommentare

Die Mur darf ein bisschen wilder werden

Künstliche Aufweitungen sollen der Grenzmur zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg ein Stück von ihrer Ursprünglichkeit zurückgeben. Bis jetzt wurden vier von 33 Kilometern renaturiert.

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So schnurgerade, wie sie sich heute über weite Strecken präsentiert, war die Mur nicht immer. Tatsächlich wurde der längste Fluss der Steiermark erst Ende des 19. Jahrhunderts reguliert. Wie man heute weiß, mit fatalen Folgen. Viele Seitenarme und damit Lebensräume wurden abgeschnitten, die Gewässersohle tiefte sich ein und der Grundwasserspiegel sank.

Für eine großflächige Wiederherstellung des Urzustandes ist es freilich längst zu spät. Entlang der südsteirischen Grenzmur ist man seit geraumer Zeit aber um Schadensbegrenzung bemüht. 2001 wurde mit den ersten Aufweitungen und Strukturierungsmaßnahmen begonnen. Darunter auch die Muraufweitung in Gosdorf, ein mittlerweile international beachtetes Vorzeigebeispiel einer Renaturierungsmaßnahme (wir berichteten).

Im Rahmen des grenzüberschreitenden EU-Projekts "Dramurci" ist nun die zweite Umsetzungsphase mit drei Projekten voll angelaufen. Die Restrukturierungsmaßnahmen in Sicheldorf und in der "Trummerlahn" in Altneudörfl (beide Gemeinde Radkersburg Umgebung) stehen kurz vor dem Abschluss. Über den Winter soll in Gosdorf das vorläufig letzte Projekt starten. "In Summe haben wir dann auf vier von insgesamt mehr als 33 Kilometern zwischen Spielfeld und Sicheldorf Maßnahmen gesetzt", berichtet Franz Kortschak, Chef der Baubezirksleitung Feldbach, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

Für die Umsetzung vor Ort ist sein Wassermeister Thomas Fröhlich gemeinsam mit Norbert Baumann von der Wasserwirtschaftsabteilung des Landes zuständig. "Das Schöne an all unseren Maßnahmen ist, dass sie immer mehrere Zwecke erfüllen. Durch die Aufweitungen wird einerseits die weitere Eintiefung der Gewässersohle verhindert, andererseits tragen sie zum Hochwasserschutz für Siedlungsgebiete und zur Verbesserung des Ökosystems bei", erklärt Baumann. Ob die Maßnahmen tatsächlich das bringen, was sich die Experten versprechen, soll ein Monitoring zeigen. "Die Erfahrungen von den ersten Projekten sind jedenfalls äußerst positiv", weiß Baumann.

ROBERT LENHARD

Kommentar

ROBERT LENHARDKeine Garantie von ROBERT LENHARD

FAKTEN

Abgeschlossen wurden Muraufweitungen bis jetzt in Oberschwarza, Weitersfeld, Gosdorf und Donnersdorf.

In Arbeit sind derzeit Projekte in Sicheldorf und Alteudörfl.

In Gosdorf ist über den Winter ein weiteres Projekt geplant.

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