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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2012 um 20:16 UhrKommentare

Sturm auf die Schwammerl

Vor allem an den Wochenenden bevölkern Schwammerlsucher die Koralm und sorgen für Ärger bei Bewohnern und Waldbesitzern.

Als Bewohner der Koralm ist es derzeit gar nicht lustig", ärgert sich der Sobother Werner Tschuchnig. Die Pilz-Saison lockt derzeit nämlich zahlreiche Schwammerlsucher in das Koralmgebiet. "Blechlawinen mit den Kennzeichen LB, FB, GU, RA und G wälzen sich in Richtung Wälder der Koralm. Man muss von Glück reden, wenn man aus dem eigenen Hof noch auf die Straße findet, ohne von parkenden Autos blockiert zu sein", meint Tschuchnig. Viele würden mit Stirnlampen schon vor der Morgendämmerung auf der Pirsch sein. "Die Völkerwanderung in der Früh ist gigantisch."

Einen großen Auflauf in den weststeirischen Wäldern bestätigt auch Hubert Wieser, Oberförster in der Prinz von Croy'schen Forstverwaltung. Diese besitzt ein 3000 Hektar großes Revier in St. Oswald, Soboth und St. Vinzenz. "In der Früh ist die Bundesstraße wirklich gut frequentiert", erklärt Wieser. Entlang des Stausees würden zahlreiche Schwammerlsucher parken - vor allem aus den Bezirken Leibnitz, Radkersburg und Feldbach. Das Suchen der Pilze sei nur in ausgewiesenen Gebieten zwischen 8 und 17 Uhr erlaubt. Rund um den Dreieck-Kogel etwa sei es verboten.

Außerdem: "Erlaubt sind nur zwei Kilogramm pro Person und Tag." Das Forstpersonal würde kontrollieren und dürfe die Pilze auch abnehmen. Im Vorjahr seien einige Male tatsächlich große Mengen an Schwammerln beschlagnahmt worden. "Wir haben sie dann dem Altenpflegeheim in St. Oswald gespendet."

Schwammerlmaut passé

Etwas lockerer begegnet man den Schwammerlsuchern in den rund 8000 Hektar großen Wäldern der Liechtenstein'schen Forstdirektion im Koralmgebiet. Verbotszonen gibt es laut Alfred Liechtenstein keine, auch Kontrollen soll es nicht geben. Vor vier Jahren war das noch anders. Damals versuchte Liechtenstein gemeinsam mit anderen Großgrundbesitzern eine kostenpflichtige Lizenz zum Pilzesammeln einzuführen. Was letztlich am heftigen Widerstand der Öffentlichkeit scheiterte. "Das wurde damals zu sehr aufgeschaukelt, dabei gibt es einige Beispiele, wo so eine Lizenz gut funktioniert. Momentan ist das für uns aber kein Thema", versichert Liechtenstein.

Franz Rosenball, Bezirksleiter der Berg- und Naturwacht Deutschlandsberg, kann das nur begrüßen: "Der Mensch soll sich frei in der Natur bewegen können. Außerdem gibt es wichtigere Naturschutzthemen wie etwa die Reinhaltung der Gewässer."

ROBERT LENHARD, THOMAS WIESER

FAKTEN

Grundsätzlich ist das Schwammerlsuchen in steirischen Wäldern zwischen 8 und 17 Uhr erlaubt. Waldbesitzer können es aber auch gänzlich verbieten. Dann muss allerdings mit Schildern darauf aufmerksam gemacht werden.

Pro Tag und pro Person sind zwei Kilogramm erlaubt.

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