Er setzt die Südsteiermark perfekt ins Bild
Der Leibnitzer Werner Uhl gilt als einer der renommiertesten Landschaftsmaler der Südsteiermark. Sein Können und die Begeisterung für die Region gibt er seit über 20 Jahren in Malkursen weiter.

Foto © Robert LenhardWerner Uhl in seinem Element: Der ehemalige Kunsterzieher hat seinen Beruf zu seiner Berufung gemacht und unterrichtet nun seit über 20 Jahren auch Erwachsene
Das Original thront wie ein hölzerner Riese über dem Ratscher Weinberg. Es scheint, als mache sich der Klapotetz die saftig grünen Weinreben ringsum zum Untertan. Ein buchstäblich malerischer Anblick, den die Hobbykünstlerin auf ein Blatt Papier zu bringen versucht. "Irgendetwas fehlt, die Stimmung kommt noch nicht richtig zur Geltung", murmelt sie etwas unzufrieden vor sich hin. Guter Rat ist zum Glück nicht weit weg. In Person von Werner Uhl biegt er gerade um die Ecke. "Der Stamm vom Klapotetz gehört wuchtiger, dann wird er auch interessant", lautet sein einfacher Tipp. Die Dame nickt zustimmend, taucht den Pinsel in die Farbe und beginnt zu streichen. Werner Uhl ist inzwischen schon unterwegs zu seiner nächsten Schülerin. Seiner 500. in mehr als 20 Jahren.
Als der Leibnitzer Künstler seine Leidenschaft für die Erwachsenenbildung entdeckte, war er noch als Kunsterzieher im Schuldienst tätig. "Mein Beruf hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich ihn auch in der Pension unbedingt weiter ausüben wollte. Deshalb habe ich mit den Malkursen begonnen", erinnert sich Uhl. Dieser Tage feierte er mit dem 65. ein halbrundes Jubiläum.
Rund ein Dutzend Hobbykünstler, darunter viele Stammschüler, kamen nach Ratsch an der Weinstraße, um unter der Obhut von Werner Uhl das südsteirische Weinland in Szene zu setzen. Ein Gebiet, auf dem Uhl selbst zu den renommiertesten Künstlern der Region zählt. "Es gibt kaum ein Platzerl, das ich noch nicht gemalt habe", schmunzelt Uhl, dessen Aquarelle nicht nur in zahlreichen Ausstellungen, sondern auch in Buchform präsentiert wurden.
Aufzwingen wolle er seinen Schülern aber nichts. Im Gegenteil: "Ich komme nicht als Oberlehrer daher und male die Arbeiten um. Ich versuche, individuell auf die Schüler einzugehen und ihren eigenen Stil zu fördern."
Dietlinde Leder kann das nur bestätigen. Die Grazerin hat erst in der Pension mit dem Malen begonnen und das nötige Handwerkszeug in Uhls Kursen erlernt. "Man lernt immer etwas dazu, auch beim 15. Mal", meint die fleißige Schülerin.
Die jüngere Kollegin am Tisch nebenan ist noch nicht so weit. Für sie ist es das erste Mal, dass sie versucht, die sanften südsteirischen Weinhügel in einem Aquarell festzuhalten. "Du musst die Landschaft in dir aufsaugen, dann geht das Malen von ganz allein", spricht Uhl ihr Mut zu. Klingt banal, zeitigt aber Wirkung, wie der Meister weiß: "Weniger ist oft mehr." Außer beim Klapotetz. Der kann ruhig dick aufgetragen werden . . .
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FAKTEN
Werner Uhl wurde 1941 in St. Peter im Sulmtal geboren.
Er war Lehrer und Direktor an der Hauptschule Wolfsberg im Schwarzautal, Kunsterzieher am BRG Leibnitz, Bezirksschul- inspektor in Leibnitz sowie Kulturreferent und Vizebürgermeister der Stadt Leibnitz.
Bis heute ist er selbst als Künstler aktiv und Veranstalter diverser Malkurse.
Internet: www.uhl-art.at











