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Zuletzt aktualisiert: 15.12.2010 um 21:42 UhrKommentare

Ferkelzucht Gralla: "Keine Sauen in den Auen"

Gut 400 Zuhörer kamen zum Info-Abend der Gegner der geplanten riesigen Ferkelzucht in den Mur-Auen bei Gralla. Über zwei Stunden wurde diskutiert, eine Bürgerinitiative wurde offiziell gegründet.

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Die geplante Ferkelzucht in den Mur-Auen bei Gralla bewegt die Bevölkerung - im wahrsten Sinn des Wortes. Gut 400 Leute kamen am Dienstag Abend zur Gründung der Bürgerinitiative "Nein zur Schweine-Fabrik in Gralla" in die Mehrzweckhalle. Bürgermeister Hubert Isker (SPÖ), der gemeinsam mit seinem ÖVP-Amtskollegen Rudolf Rauch (Ragnitz) eingeladen hatte, zeigte sich "überwältigt". Und der scheidende Wasserwerks-Direktor Walter Ultes, der sich als Sprecher der Initiative zur Verfügung stellt, sprach von einem "sehr starken Start". Einig waren sich alle in dem gut gefüllten Saal: "Keine Sauen in den Auen".

"Die Bürgerinitiative soll keine Hetze gegen die Betreiber sein. Wir wollen nur aufzeigen, dass dieses Projekt an diesem Standort nichts verloren hat", so Hubert Isker. Walter Ultes wiederum erklärte, die Bürgerinitiative wolle "fachlich informieren". Nachsatz: "Bedauerlicherweise ist dies den Betreibern bisher nicht gelungen."

Das Projekt sei jedenfalls nicht nur grenzwertig, sondern bei weitem überzogen. Seine rhetorische Frage: "Was hat die Betreiber bewogen, in einer so sensiblen Region ein derartiges Megaprojekt zu planen?"

Applaus

Immer wieder gab es von den zahlreichen Zuhörern - viele davon auch aus anderen Regionen der Steiermark - Applaus. Etwa für Rauchs Rede, dass die Südsteiermark keine Jauchengrube werden dürfe. Und: "Ich frage mich, wo die Politiker waren, als diese Gesetze, die solche Projekte ermöglichen, gemacht wurden?" Da fühlte sich auch NAbg. Josef Muchitsch angesprochen. Die Landesregierung hätte die Raumordnung 2009 "verbockt". Er hoffe nun auf ein Einlenken von Landwirtschaftskammer und Bauernbund bezüglich einer neuerlichen Novellierung. Die Bürgermeister sollten mehr Mitspracherecht erhalten. Sein Appell: "Die Leute von der PIG sollen das Projekt zurückziehen. Gralla soll nicht die Landeshauptstadt der Schweine werden."

Der Grüne Bezirkssprecher Otto Knaus kritisierte die Betreiber scharf. Diese hätte sich bereits bei der abgesagten Info-Veranstaltung in einem Heurigen nicht um die Sicherheit der Gäste gekümmert. "Sie sind nicht fähig, einen solchen Stall zu führen."

Wie geht es nun weiter? In den Gemeinden werden Unterschriftenlisten aufgelegt. Bei genügend Unterschriften erhält die Bürgerinitiative mehr Mitspracherechte. Weitere Informations-Abende sind geplant.

THOMAS WIESER

ZUM PROJEKT

Die PIG Ferkel GmbH. mit insgesamt fünf Gesellschaftern rund um Tierarzt Peter Irgang und Peter Holler plant in den Mur-Auen bei Gralla einen riesigen Ferkelzuchtbetrieb.

In den Stallungen sollen rund 2200 Muttersauen und bis 60.000 Ferkel pro Jahr untergebracht werden. Das verbaute Gebiet beträgt 40.000 Quadratmeter. Offiziell wurde das Projekt noch nicht vorgestellt.

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