SPÖ-Landeschefs halten sich mit Tipps für Voves zurück
Ackerl, Kaiser und Gschwentner auf Distanz zur FPÖ, Burgstaller kritisiert die ÖVP und bedauert, dass die ÖVP "bereits am Wahlabend wieder auf Konflikt gesetzt hat.

Foto © APASalzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller
Eher zurückhaltend zeigen sich SPÖ-Landeschefs mit konkreten Ratschlägen für ihren steirischen Kollegen Franz Voves bezüglich einer Regierungsbildung nach der Landtagswahl. Oberösterreichs Josef Ackerl, Kärntens Peter Kaiser und Tirols Hannes Gschwentner ließen am Montag aber doch zumindest eine deutliche Distanz zu einer möglichen Kooperation mit der FPÖ erkennen. Salzburgs Gabi Burgstaller appellierte vor allem an die ÖVP, sich einer Zusammenarbeit nicht zu verweigern.
Ackerl sprach sich grundsätzlich für eine Zusammenarbeit der SPÖ mit der ÖVP in der Steiermark aus - auch wenn die Situation in den vergangenen Jahren "sehr schwierig" gewesen sei. Nach einem möglichen Regierungsübereinkommen mit der FPÖ gefragt, sagte Ackerl, dass er sich nicht kritisch äußern wolle, "solange die sozialdemokratischen Grundsätze nicht unter die Räder kommen". In Oberösterreich könnte er sich "unter den derzeitigen Vorzeichen" aber keine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen vorstellen.
Auch Kärntens Peter Kaiser ging auf Distanz zur FPÖ. "Ich würde mir nie anmaßen, jemandem etwas zu raten, der etwas wahr gemacht hat, was vor einem halben Jahr noch unmöglich schien - nämlich erster in der Steiermark zu bleiben", sagte Kaiser. Der Kärntner SPÖ-Chef erinnerte Voves aber an das Kärntner Beispiel der im Jahr 2004 von Jörg Haider und Peter Ambrozy geschmiedeten, sogenannten "Chianti-Koalition". "Die hat bekanntlich nur zwei Jahre gehalten". Kaiser forderte "alle Parteien, auch die ÖVP" auf, sich ihrer Gesamtverantwortung bewusst zu sein.
Auf die Volkspartei setzt auch Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Sie bedauert, dass die ÖVP "bereits am Wahlabend wieder auf Konflikt gesetzt hat. Angesichts des Wahlergebnisses sollte auch der ÖVP klar sein, dass die Zusammenarbeit endlich im Vordergrund stehen sollte", so Burgstaller. In Fragen der Mehrheitssuche werde sie allerdings keine Empfehlungen in Richtung Steiermark abgeben.
Der Tiroler SPÖ-Chef Hannes Gschwentner plädierte zwar für Gespräche, zeigte aber sich gegenüber der FPÖ auch betont reserviert. Geschwentner verwies auf das Proporzsystem in der Steiermark. Daher sollte Voves "unaufgeregt und entspannt" mit allen Parteien reden, die aufgrund des Proporzes in der Landesregierung vertreten seien. Auch ein anderer Ton wäre "förderlich", meinte Gschwentner. Mit einer FPÖ zusammenzuarbeiten, die gerade in einem Wahlkampf so polarisiert habe, sei aber schwierig. Dort seien "mit der Moslemkeule" Leute aufgehetzt worden.
Die FPÖ verweigere Realitäten, da es sich um Mitbürger mit österreichischer Staatsbürgerschaft handle. Die FPÖ habe nicht "das große Ganze" im Kopf, kritisierte Gschwentner.






















