"Jetzt warten wir einmal ab"
Hermann Schützenhöfer hofft immer noch auf eine Verschiebung der Mandate, die ihm gemeinsam mit der FPÖ eine Mehrheit bringt.

Foto © Sabine HoffmannHermann Schützenhöfer
Wie gehen Sie nun in die Verhandlungen, wo es doch eigentlich nur eine rot-blaue Mehrheit gibt und schwarz-blau keine Mehrheit im Landtag hätte?
HERMANN SCHÜTZENHÖFER: Wer sagt das?
Sie meinen, dass sich daran noch etwas ändert?
SCHÜTZENHÖFER: Heute am Abend werden noch 3000 bis 4000 Wahlkarten ausgezählt. Dann rechnet man damit, dass noch rund 50.000 kommen. Das 23. Mandat der SPÖ wackelt gehörig und könnte ihr noch abhanden kommen. Also warten wir einmal das Wahlergebnis ab und schauen wir dann, welche Mehrheiten sich ergeben.
Falls es dennoch dabei bleibt: Mit welcher Position gehen Sie in die Verhandlungen? Wie würden Sie eine Neuauflage von Landeshauptmann Franz Voves mit einem LH-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer anlegen?
SCHÜTZENHÖFER: Es war eine beispiellose Aufholjagd, die SPÖ wird in der Endrechnung laut Hochrechnung um knappe 0,7 Prozent vorne liegen. Das ist für uns ein Erfolg und motiviert uns. Es ist in Wahrheit ein Gleichstand in der Regierung, die SPÖ hat keine Mehrheit. 4:4:1, das ist das freie Spiel der Kräfte. Zuerst einmal warten wir das Wahlergebnis ab, danach verhandeln wir. Was nicht heißt, dass man nicht mit den Herrschaften in den nächsten Tagen schon einmal reden kann. Ich möchte mit allen Parteien, die jetzt im Landtag sind, das weiß-grüne Bündnis besprechen. Da sind viele Punkte drin, von denen ich glaube, dass es die Ziele aller Landtagsparteien sein können.
Ihr Bundesparteiobmann Josef Pröll hat vor wenigen Minuten vor den ÖVP-Funktionären gesagt, dieses Ergebnis sei der erste Meilenstein auf dem Weg zur Rückeroberung der Macht. Bedeutet das weitere fünf Jahre Krieg mit Franz Voves?
SCHÜTZENHÖFER: Jetzt warten wir einmal ab, welches Endergebnis zu welchen Konstellationen in der Landeshauptmannfrage führt.
Und unabhängig vom Ergebnis?
SCHÜTZENHÖFER: Ich habe in den letzten Monaten immer gesagt, meine Hand ist ausgestreckt, ich schließe niemanden von einer Zusammenarbeit aus, und ich schließe eine Zusammenarbeit mit der SPÖ erst recht nicht aus.
Was würde es für die ÖVP bedeuten, wenn sich SPÖ und FPÖ, die derzeit eine rechnerische Mehrheit im Landtag haben, einigen?
SCHÜTZENHÖFER: Das möchte ich heute nicht präzisieren, weil ich da innerlich meine Vorstellungen habe. Aber es würde ein schwieriger Weg werden, weil ich in diesen fünf Jahren gesehen habe, dass Vereinbarungen nicht gehalten werden. Ich nehme tatsächlich an, wenn es so bleibt wie es ist, dass Franz Voves den Versuch unternimmt, sich von den Freiheitlichen wählen zu lassen.
Kristina Edlinger-Ploder hat heute gesagt, anlässlich dieses Wahlergebnisses müsste Franz Voves eigentlich zurücktreten. Sehen Sie das auch so?
SCHÜTZENHÖFER: Er hat die Regierungsmehrheit verloren. Wir haben den Abstand mehr als halbiert, damals waren es fast 20.000, jetzt 7.000 bis 8.000 Wähler, die die SPÖ mehr hat als wir. Das ist ein schlechtes Ergebnis für den Landeshauptmann. Ob der zurücktritt oder nicht soll er sich mit seiner Partei ausmachen.























