TV-Elefantenrunde bot kaum neue Inhalte
Proporz war ein Schwerpunkt der ORF-Elefantenrunde. Landeshauptmann Voves und ÖVP-Chef Schützenhöfer strichen die eigenen Leistungen seit 2005 heraus. Die Grünen und das BZÖ gaben sich angriffig.
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Die Anspannung war allen Beteiligten anzumerken, auch wenn man es überspielte: In der letzten halben Stunde vor dem Start der Elefantenrunde des ORF im renovierten Landtag umgaben sich die sechs Spitzenkandidaten nur mehr mit ihren Mitarbeitern. Rund 50 Journalisten und Büromitarbeiter tummelten sich auf der Zuschauertribüne. Nachher war ORF-Landesdirektor Gerhard Draxler ganz entspannt, "der Gerhard hat das sehr gut gemacht". Gemeint: Chefredakteur Gerhard Koch, der die brisante Diskussion jederzeit im Griff hatte und so über die Bühne brachte.
Wankelmut, Psychotherapie und Zukunftschance
Einen kleinen humoristischen Höhepunkt in einer ansonsten eher lauen TV-Elefantenrunde boten ÖVP-Spitzenmann Hermann Schützenhöfer und LH Franz Voves (S).
Schützenhofer wollte die seiner Ansicht nach mangelnde Verlässlichkeit bzw. die "Wankelmütigkeit" des steirischen SPÖ-Chefs seit 2005 thematisieren: "Herr Magister Voves, Sie haben sich verändert" - "Ich bin älter geworden", so die trockene Replik.
"Der Proporz gehört abgeschafft, und nicht die psychotherapeutische Behandlung des Verhältnisses von Schützenhöfer zu Voves hier thematisiert", so der steirische BZÖ-Obmann Gerald Grosz in der TV-Diskussion Sonntagmittag kurz darauf: "Sie beide treiben die Zukunftschancen meiner Generation - ich bin 33 Jahre - an den Abgrund".
Inhaltlich gab es - wie zu erwarten - nichts wesentlich Neues. Beim Proporz (jede Partei ab einer bestimmten Mandatszahl sitzt automatisch in der Landesregierung) war die Mehrheit einig, er gehört abgeschafft. Lediglich ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer blieb bei seiner These, wonach "die SPÖ die Spielregeln ändern will, weil ihr die ÖVP nicht passt". Und FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann ergänzte, man könne "über alles reden", an erster Stelle steht der Proporz dabei aber offenbar nicht.
Eloquent
Eloquent wie immer war KPÖ-Spitzenfrau Claudia Klimt-Weithaler, die sich über die jahrelangen Streitereien von SPÖ und ÖVP in der Regierung lustig machte: Das sei meistens viel Lärm um nichts, 98 Prozent aller Regierungsbeschlüsse seien "einstimmig gefallen", dabei gehe es offenbar weniger um Inhalte als um Machterhalt.
Traditionell angriffig BZÖ-Chef Gerald Grosz, der sich zwischendurch auf Wortgefechte mit Koch einließ: Durch den Streit "zweier Platzhirsche" würden in Wahrheit "die Zukunftschancen von uns Jungen ruiniert". Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler gab sich fast staatsmännisch, nur "eine dritte Kraft in der Regierung", die Grünen, könne den aktuellen Stillstand überwinden. Jener, der am stärksten im Zentrum der Angreifer stand, Landeshauptmann Franz Voves, war bemüht, die mannigfaltigen Leistungen seiner Regierungsperiode in den Mittelpunkt zu stellen.
Entsprechend waren auch die Redezeiten: die Regierer Schützenhöfer mit 9' 55" vor Voves mit 9' 32". Bei den Angreifern kam Kogler mit 8' 05" am besten weg, gefolgt von Grosz mit 6' 53", Klimt-Weithaler 5' 47" und Kurzmann 5' 15".
























