Polit-Veteranen: "Chemie hin" und "alles eingeschlafen"
Einig waren sich die drei Polit-Veteranen Montagabend am Podium des Steirischen Pressclubs darüber, dass früher das Klima in der steirischen Landespolitik besser war.

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Noch-Landtagspräsident Kurt Flecker (S) und die Ex-Landesräte Gerhard Hischmann (V) und Michael Schmid (FPÖ/BZÖ) gingen mit ihren Nachfolgern, die am 26. September eine Wahl zu schlagen haben, zum Teil hart ins Gericht ("Es ist die Chemie hin"), blieben aber in ihren Prognosen und Empfehlungen letztlich ihren alten Gesinnungsgemeinschaften treu.
Hirschmann verglich die Situation mit jener von 2005, mit umgekehrten Vorzeichen: Die SPÖ präsentiere sich ähnlich "derangiert" wie seinerzeit die ÖVP, Franz Voves sei mit viel Vorschusslorbeer gestartet, "er konnte aber nicht darstellen, dass er in die Rolle des Landeshauptmannes hineingewachsen ist". Bürgerliche, die er vor fünf Jahren auch ansprechen konnte, hätte er verloren. ÖVP-Herausforderer Hermann Schützenhöfer hingegen sei "einer der meistverkannten Leute seit Helmut Kohl und den bestvorbereiteten seit Josef Krainer".
Flecker hingegen glaubte, dass die SPÖ noch einmal einen Sieg einfahren kann: "Man konnte keine Fehler mehr machen und die alten sind vergessen". Er, der selber nicht mehr kandidiert wurde und sich entsprechend kritisch geäußert hatte, bedauerte, dass der linke Flügel in der Steiermark "zum Teil in sich zusammengebrochen, zum Teil eliminiert worden ist". Die Debatte um Verteilungsgerechtigkeit werde populistisch geführt, "keiner hat damit wirklich was am Hut". Der Partei fehle es an Profil, man "flitze in die Beliebigkeit hinein": "Ich finde es beschämend, dass sich niemand, auch nicht aus der Jugend, zum Anti-Minarett-Spiel der FPÖ geäußert hat". Inhaltlich konträr geißelte Hirschmann die "sozialistische Wohlfahrtsideologie", die sich parteiübergreifend in ganz Europa ausgebreitet habe und an der noch Generationen zu knabbern haben würden.
Mehr Emotion
"2005 war die Emotion drinnen, jetzt ist alles eingeschlafen", befand Schmid. Die Wahlbeteiligung werde stark zurückgehen.
Seine Thesen zu einer radikalen Landtagsreform ("Der einzige freigewählte Stammtisch der Republik") wärmte Hirschmann wieder auf und fand damit bis zu einem gewissen Grad Zustimmung. Diese "Kleinklempnerei der Sonderklasse" müsse sich aufhören, zumindest die "Gesetzgebungsmaschinerie" gehörte eingedämmt. Von Ankündigungen, Regierung und Landtag zu verkleinern, hielten alle drei nichts: Diese habe es immer wieder gegeben, und sie seien immer wieder nach der Wahl vergessen gewesen.
Letztendlich gaben alle drei Alt-Politiker direkt oder indirekt Wahlempfehlungen für ihre Parteien ab - Schmid inklusive Vorzugsstimme für Spitzenkandidat Gerald Grosz, Flecker ohne eine für Franz Voves.






















