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Zuletzt aktualisiert: 05.09.2010 um 05:00 UhrKommentare

Kogler, Fischer in fremden Teichen

Den Grünen geht es bei der Landtagswahl um eine Richtungswahl, aber nicht in Bezug auf Platz 1 und 2: Der Dritte soll den Takt bestimmen, entweder werde das Land künftig grün oder rechts mitgestimmt.

Werner Kogler hofft auf Platz drei

Foto © AP/SujetWerner Kogler hofft auf Platz drei

Jetzt hat er den Wahlkampf da, wo er ihn hinbringen wollte: Der grüne Spitzenkandidat Werner Kogler nützte die Auflage, die ihm die FPÖ mit dem inzwischen verbotenen Minarett-Spiel geboten hatte, um seine Botschaft zu platzieren: Es geht um eine Richtungswahl, aber nicht in Bezug auf Platz 1 und 2: Der Dritte soll den Takt bestimmen, entweder werde das Land künftig grün oder rechts mitgestimmt.

Das soll den Grünen die Chance geben, auch im Lager von SPÖ und ÖVP zu grasen, hofft Kogler. Dort nämlich, wo es Unbehagen gibt über die mangelnde Distanz von SPÖ und ÖVP zum möglichen Königsmacher FPÖ. "Wir bieten den Aufrechten unter den Sozialdemokraten und unter den Christlichsozialen an, die nächsten fünf Jahre ein Stück des Weges mit uns gemeinsam zu gehen", wirbt Kogler wie einst SPÖ-Chef Bruno Kreisky.

Zum Wahlkampfauftakt riefen die Grünen gleich nach der Elefantenrunde der Kleinen Zeitung ins Orpheum. Kraft tanken durch Feiern war angesagt, die Reden von Bundessprecherin Eva Glawischnig und Werner Kogler beschränkten sich auf je fünf Minuten. Glawischnig war mit Alexander Van der Bellen, Peter Pilz und Geschäftsführer Stefan Wallner angereist. Die Spaltung der Wiener Grünen mitten in der heißen Phase des Wahlkampfes wurde auf der Bühne strikt gemieden, umso mehr dominierte sie im Smalltalk danach.

Franz Voves ist derzeit nicht zuletzt wegen der guten Umfragewerte innerparteilich der unumstrittene Herrscher. Dennoch überrascht, dass der Judenburger Christian Füller blitzartig kampflos aufgab, als er die Möglichkeit hatte, Christian Faul im Parlament zu beerben. Nach außen hatte Voves gute Argumente: Der Bezirk Weiz sollte zwar Faul, aber nicht "sein" Mandat verlieren, und Michael Schickhofer, der letztlich zum Zug kam, ist ein trotz seiner Jugend erfahrener Funktionär. Die Frage bleibt: Wieso gibt es eine Landesliste, wenn dann viele Kandidaten verzichten müssen, weil am Ende doch nur die Bezirkszugehörigkeit eine Rolle spielt?

Ein (versprochenes?) Bundesratsmandat ist für Füller ein schwacher Trost, aber selbst das ist nicht leicht zu bekommen. Der Bekanntheitsgrad der derzeitigen Bundesräte der SPÖ ist jedoch enden wollend: Maria Miesbacher aus Kindberg, Waltraud Hladny aus Leoben, Günther Kaltenbacher aus Scheifling, Gerald Klug aus Graz-Straßgang und Wolfgang Erlitz aus Frohnleiten.

Der bekannteste ist Erlitz, und gleichzeitig ist er derjenige, dessen Sitz am ehesten vakant werden könnte, wenn die SPÖ nach Ausgewogenheit der Vertretung der politischen Bezirke strebt. Falls die aussichtsreich gereihte Renate Bauer aus Stattegg nämlich ein Mandat im Landtag für den Bezirk Graz-Umgebung erkämpft, könnte der Landesschulratspräsident "überredet" werden, den Platz für den Judenburger Füller freizugeben.

Einen Rollenwechsel plant VP-Klubobmann Christopher Drexler, vom Scharfmacher zum Friedensengerl: Nach der Wahl sollte es zu einen "weiß-grünen Bündnis" zwischen allen Parteien kommen, flötete Drexler. Dass er in dieses Bündnis gleich ein Bettelverbot für die gesamte Steiermark hineinschreiben will, lässt freilich Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Pläne aufkommen.


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