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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 um 19:48 UhrKommentare

FPÖ setzt auf Provokation

Moschee-baba ist der jüngste Wahlkampfunfug der Blauen. Die Hype-Alpe-Adria verfolgt die FPÖ. "Fair teilen" wurde vom ÖGB getestet.

Foto © Screenshot / www.moschee-baba.at

Der ÖGB wollte es genau wissen: Wie wollen die wahlkämpfenden Parteien Steuern und Einkommen auf die Bevölkerung verteilen? "Fair teilen" ist das Motto, und der ÖGB schickte zehn Fragen zur Beantwortung aus. Die Antworten finden sich auf www.oegb-stmk.at.

Ziel dieser überparteilichen Aktion sei nicht eine Wahlempfehlung, sondern man will Orientierungshilfe für die ÖGB-Mitglieder sein, so der stellvertretende Landesvorsitzende Franz Haberl (FCG). Mit der steirischen Landespolitik haben die Fragen zu Vermögenssteuerung, Mindestsicherung oder Hacklerregelung zwar nicht viel zu tun. ÖGB-Landeschef Horst Schachner (FSG) meint aber, dass die Steiermark das eine oder andere Versprechen vor der Wahl auch nach der Wahl in Wien durchsetzen könne.

Für ein Fortbestehen der Hacklerregelung für echte Schwerstarbeiter und für eine Absicherung der prekären Arbeitsverhältnisse sind übrigens alle.

Fragwürdig

Zu fragwürdigen Methoden mit wenig Fantasie in Zusammenhang mit ihren üblichen Themen greifen die Freiheitlichen: Mit "Moschee-baba", einem Online-Spiel der FPÖ, sollen jugendliche Wähler geködert werden.

Ziel dieses "Spiels" ist es, den Bau von Minaretten und Moscheen durch einen raschen Mausklick darauf - nach Art der Ego-Shooters - zu verhindern. Samt Wahlaufruf für die FPÖ.

Für Grüne und KPÖ haben die "Ballerer" der FPÖ im Landtag "nichts verloren". Der grüne Spitzenkandidat Werner Kogler bringt eine Anzeige gegen die steirische FPÖ wegen Verhetzung ein. Für KPÖ-Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler hat die FPÖ außer Geschmacklosigkeiten nichts zu bieten. Und selbst BZÖ-Mann Gerald Grosz stellt fest, dass ein ernstes Thema "auf vollkommen dumme Art und Weise heruntergeblödelt" wird. Der Werbeguru der FPÖ heißt übrigens Alexander Segert, und unter dessen Fittichen hat die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei genau dasselbe Spiel ins Netz gespielt. Gefolgt von genau denselben Protesten...

FPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Mayer beteuert blauäugig, es gehe nicht um das Schießen auf Moscheen und Minarette, das Spiel solle lediglich Platz bieten für die "kritische Stimme". Wo diese beim Computerspiel gegen "Muezzinmännchen" Gehör findet, lässt er offen...

Unglaubwürdig

Wenig glaubwürdig scheinen die FPÖ und ihr Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann manchen auch in anderer Hinsicht zu sein: Quer durch die Steiermark wurden viele Plakate überklebt, auf denen unter anderem der Slogan "Unser Geld für unsere Leut!" prangt. Ein einziges Wort reicht den Skeptikern, die die Plakate überklebten: "Hypo-Alpe-Adria?"

CLAUDIA GIGLER, GUDRUN WÖLFL

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