Klimt-Weithaler: Kampf dem ungeliebten System
Claudia Klimt-Weithaler stand Rede und Antwort in Kapfenberg: Zum Einstieg in die Partei bis hin zur "grauslichen" Politik der Mitstreiter.
Quelle © 507klimt190810.jpg | Foto: KLZ DIGITAL Analyse: Klimt-Weithaler im Kleine Zeitung-Salon
Kontroverse war nicht das Ziel des Abends, sondern das politische Gespräch mit einer zur Wahl stehenden Kandidatin - und das Hineinhören in die Privatheit. Und so begann der Abend mit dem Werdegang Klimt-Weithalers hin zur KPÖ. Schon die Großmutter war bei der KPÖ, und über die Heimstunden der Partei folgte langsam der Gang in dieselbe. Bisheriger Höhepunkt der Karriere: Die Funktion der Klubobfrau, die Klimt-Weithaler seit März innehat.
Die Alleinerzieherin zweier Töchter hatte das Gespräch mit den Kindern gesucht, bevor sie die Aufgabe der Klubobfrau übernahm. "Hätten die Kinder nicht damit gekonnt, ich hätte es nicht gemacht." Länger hielt man sich im weiteren Gespräch beim Thema Frau in der Politik auf. Warum es wichtig sei, dass im Landtag auch Frauen sitzen? Klimt-Weithaler: "Weil es Frauenrechte gibt, die noch immer nicht durchgesetzt sind."
Auch Grenzen
Seit 2005 sitzt die KPÖ-Klubobfrau nun im Landtag, die Erlebnisse dort und in der Politik allgemein beschrieb sie durchaus positiv. Aber Weithaler stieß auch an ihre Grenzen. "Ich kam ziemlich naiv in den Landtag." So habe sie auf das Funktionieren einer linken Achse gehofft, sei aber enttäuscht worden.
Zitiert
In der KPÖ wurde über Themen gesprochen, die es in der Schule nie gab. Zum Beispiel über Friedensbewegung oder Apartheid.
Mit den Umfragen nehme ich es so wie mit Horoskopen. Wenn sie gut für mich sind, glaube ich sie, sonst nicht.
An Voves und an Schützenhöfer stört mich ihre Abgehobenheit. Und das spiegelt sich auch in der Politik wider, die sie betreiben.
Die Kunst ist es, dass sich alle einbringen und dann einen Konsens finden, den alle auch mittragen können.
Die SPÖ täuscht links vor und zieht rechts vorbei. Das hat man beispielsweise gesehen bei der Forderung des Bettelverbots.
Wir waren immer zur Stelle, aber die SPÖ hat das nie gewollt.
Konkreter wurde sie da erst am Ende des Gesprächs. Hartnäckig nachgefragt, ob sie denn Franz Voves wieder wählen würde - die KPÖ hat Voves 2005 mit ihren Stimmen unterstützt - antwortete Klimt-Weithaler mit einem klaren Nein. Ihre Begründung: Voves habe die Zusammenarbeit mit der KPÖ verweigert, und auf der anderen Seite Dinge beschlossen und gefordert, die einer linken Partei nicht würdig seien - unter anderem das Bettelverbot. "Die SPÖ stellt sich sehr links dar. Aber jetzt kann man sie daran messen, was sie getan hat. Es ist fünf Jahre lang nicht-linke Politik gemacht worden."
Grauslich
An Hermann Schützenhöfers ÖVP ließ die KPÖ-Klubobfrau ebenfalls kein gutes Haar. Von "grauslicher Politik" sprach sie da. "Menschen, denen es nicht gut geht, die sind so was von außer Sicht für diese Partei." Und warum sollte sich der Wähler für die KPÖ entscheiden? "Weil wir die Einzigen sind, die am System was ändern wollen", sagte Klimt-Weithaler. Das System ist jenes der neoliberalen Politik. "Grün, Rot, Schwarz, die tragen das alle mit." Für die Wahl am 26. September ist Klimt-Weithaler optimistisch. Sie rechnet fix damit, gut abzuschneiden und wieder mit der KPÖ im Landtag vertreten zu sein.
Features
Spitzenkandidaten im Salon
KPÖ-Frontfrau Claudia Klimt-Weithaler war unser Premierengast im Salon der Kleinen Zeitung: Kommenden Montag bei uns zu Gast: BZÖ-Spitzenkandidat Gerald Grosz.























