Die Handschrift des Mannes, der die Minarette "besiegte"
Geballte Vorurteile auf dem neuen FPÖ-Plakat. Auffallend, dass die Werbelinie der Partei verlassen wird.

Foto © FPÖDie Hängematte als Symbol des Faulenzens, die Sonnenbrille eines Mannes, der sich gehen lässt, der Gesichtsausdruck mit dem geradezu hinterhältigen Lächeln
GRAZ. Das erste Resultat der Wahlkampfhilfe für die FPÖ durch Alexander Segert dürfte das neue Plakat der Blauen sein. Das vermutet Sophie Karmasin vom Wiener Institut Karmasin Motivforschung. Segert ist jener Mann, der in der Schweiz die "erfolgreiche" Anti-Minarett-Kampagne entworfen hat und der in Wahlkämpfen generell auf Konfrontation setzt.
Gestaltung. Das ist eine neue Art von FPÖ-Plakat, ganz ohne Porträt des Spitzenkandidaten - und damit auch ohne Platz für Heinz-Christian Strache. Das Sujet wirkt etwas linkisch und nicht ausgereift. Die Person hat etwa nur einen Arm und eine Hand. Es ist auch fraglich, ob die Botschaft des Plakats auch beim Betrachter ankommt, wenn sie nicht medial begleitet werden sollte. Sonst steht sie sehr alleine da.
Thema. Das sind Symbole, die auf Stereotype hindeuten: Die Hängematte als Symbol des Faulenzens, die Sonnenbrille eines Mannes, der sich gehen lässt, der Gesichtsausdruck mit dem geradezu hinterhältigen Lächeln.
Aussage: Es ist eine sehr vereinfachende Darstellung, wenn hier der einzelne griechische Bürger zum Sündenbock gestempelt wird und nicht der Staat, der die Krise doch verschuldet hat.
Distanz zum Wähler: Hier wird nur die spezielle Gruppe gewisser FPÖ-Wähler angesprochen, die das Thema Griechenland sehr simpel interpretiert. Wenn die Aussage nicht auch mit anderen Mitteln erklärt wird, könnte das daneben gehen.






















