KinderbetreuungVertragsende macht Steirer nervös

Durch das Auslaufen der 15a-Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern drohe der Ausbau bei Kindergärten und Krippen ins Stocken zu geraten. Davor warnen steirische SPÖ und Grüne.

Lackner mit Wallner und Pöcheim
Lackner mit Wallner und Pöcheim (l.) © Land Stmk
 

Die Zahl der Kinderkrippen in der Steiermark ist seit dem Kindergartenjahr 2013/14 um 39 Prozent gestiegen. Jene Anzahl der Kindergärten stieg um ein Prozent. Doch durch das Auslaufen der 15a-Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern drohe der Ausbau aber ins Stocken zu geraten. Davor warnte Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) am Mittwoch. Bei den Grünen sieht Lara Köck bei der Kinderbetreuung schon "Feuer am Dach".

Bund und Land Steiermark haben für die Jahre 2014 bis Ende 2017 rund 60 Millionen Euro für den Ausbau des Angebotes an Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen vorgesehen.

"Diese Unterstützung der Gemeinden zeigt Wirkung", schilderte Lackner am Mittwoch. Durch den Ausbau der Plätze konnten zusätzliche 909 Kinder im Alter bis zu zwei Jahren und 1570 Drei- bis Fünfjährige mehr als noch im Herbst 2013 betreut werden. Das entspricht einem Zuwachs von 30 Prozent mehr Kinder in den Kinderkrippen, sechs Prozent mehr Kinder sind es in den Kindergärten.

Insgesamt haben laut Landesrätin 33.300 Kinder in der Steiermark einen Platz in einer Betreuungseinrichtung gefunden, davon besuchen 29.300 einen Kindergarten. Die Ausbauoffensive laufe jedoch mit Ende des Jahres aus: "Die künftige Regierung muss hier rasch handeln, denn Länder und Gemeinden können den Bedarf alleine nicht decken", warnte die Landesrätin.

Die künftige Regierung muss hier rasch handeln.

Ursula Lackner

"Das Angebot in der Steiermark verbessert sich, doch es gibt noch Lücken", sagte Bernadette Pöcheim, Leiterin der Abteilung Frauen und Gleichstellung in der steirischen Arbeiterkammer. Laut dem "Steirischen Kinderbetreuungsatlas" bieten 173 der 287 steirischen Gemeinden "sehr gute bis gute Kinderbetreuungsangebote". 86 Gemeinden bieten jedoch immer noch nur Halbtagskindergärten an, schilderte Pöcheim. Nachholbedarf bestehe vor allem bei den Einrichtung für die unter Dreijährigen: Hier bieten 13,6 Prozent kein Angebot.

Langfristige Mitfinanzierung

Die Finanzierung von Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen übersteige die Möglichkeiten der Gemeinden, betonte Kurt Wallner, Bürgermeister von Leoben und Landesvorsitzender des Städtebundes. Selbst mit der Unterstützung von Bund und Land gehe es oft nur schwer.

Er regte an, dass eine künftige neue 15a-Vereinbarung zur Finanzierung nicht nur die Anschubfinanzierung, sondern eine langfristige Mitfinanzierung umfassen sollte: "Sonst werden neue Gruppen nur anfangs gefördert und die Gemeinden müssen die Folgekosten zur Gänze alleine tragen", wie Wallner ausführte. Hinzu komme, dass nicht nur die 15a-Vereinbarung zum Ausbau auslaufe, sondern mit Ende 2018 auch jene zur Frühförderung und zur sprachlichen Förderung.

Recht auf Krippenplatz

"Feuer am Dach" erkannten am Mittwoch die steirischen Grünen: Kinder und deren Pädagogen würden von SPÖ und ÖVP schon jahrelang im Stich gelassen, hieß es in einer Aussendung. Beim Ausbau der Betreuungsplätze liege die Grüne Mark noch immer weit hinter den anderen Bundesländern.

Judith Schwentner und Lara Köck präsentierten am Mittwoch die Vorschläge der Grünen. Unter den langfristigen Zielen befinden sich ein Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Krippenplatz ab dem ersten Geburtstag. Dazu müsse der Ausbau auch mit Bundesmitteln fortgesetzt werden. Weiters sollte es ein zweites verpflichtendes Gratis-Kindergartenjahr geben und die derzeitige Sprachförderung evaluiert werden.

"Absoluten Vorrang" müsse die Qualität haben, laufend neue Plätze zu schaffen, sei zu wenig, so die Grünen weiter. Daher müsse es österreichweit einheitliche Qualitätskriterien für den elementaren Bildungsbereich geben. Dies habe die Bundesregierung zwar schon im Regierungsprogramm 2013 versprochen, passiert sei jedoch nichts.

Zu den weiteren Forderungen der Grünen zählen die Aufwertung des Berufes der Elementarpädagogen durch eine gleichwertige Hochschulausbildung für alle Pädagogen vom Kindergarten bis zu den höheren Schulen.

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