Neue Bike-StreckenKompromiss soll Streit ums Mountainbiken entschärfen

Mit einem Mustervertrag und einem eigenen Vermittler will die Landesregierung neue Mountainbike-Strecken in der Steiermark schaffen. Auf diesem Weg soll der Dauerstreit zwischen Bikern und Grundbesitzuern gütlich beigelegt werden.

Die Landesregierung hofft durch die Lösung auf mehr neue Mountainbike-Routen © KLZ/Bauer
 

Die einen wollen sämtliche Forststraßen per Gesetz für Radfahrer geöffnet sehen, die anderen pochen auf ihr Privateigentum und warnen vor gefährlichen Situationen durch die über die Wege fahrenden Mountainbiker. Im seit Jahren schwelenden Streit zwischen Sportbegeisterten und Grundbesitzern hofft die Landesregierung nun einen Kompromiss gefunden zu haben. Ein Jahr lang wurde mit den Interessenträgern verhandelt, jetzt liegt ein Kompromissvorschlag vor.

Die Forststraßen sollen zwar gesetzlich für Biker weiterhin tabu bleiben, das Land will im Gegenzug aber Einzelvertragslösungen für neue Bike-Strecken forcieren. Dafür soll bis Oktober ein Leitfaden erstellt werden, der Gemeinden, Tourismusverbände und Grundbesitzer über die rechtlichen Grundlagen und die Möglichkeiten einer touristischen Nutzung von Wegen für Mountainbiker informiert. Dazu gibt's einen Rahmenvertrag, der die grundsätzliche Öffnung einer Strecke regelt, Details wie Pachtbeträge oder Betriebszeiten müssen separat je nach Gegebenheit festgelegt werden. Für Haftungsfragen gibt es bereits seit einem Jahr eine "Freizeit-Polizze" des Landes, über die der jeweilige Grundbesitzer rechtlich abgesichert ist. Die Versicherungsprämien zahlt das Land.

Erarbeiteten den Kompromiss: Franz Titschenbacher (Landwirtschaftskammer), Jürgen Pail (Mountainbike-Experte), die Landesräte Barbara Eibinger-Miedl, Hans Seitinger und Anton Lang sowie Norbert Hafner (Alpenverein) und Jürgen Dumpelnik (Naturfreunde, nicht im Bild Foto © Günter Pilch

Agrarlandesrat Hans Seitinger, Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (beide ÖVP) und Sportlandesrat Anton Lang (SPÖ) erhoffen sich durch diesen Anstoß in den nächsten Jahren eine deutliche Zunahme von attraktiven Biker-Strecken in der Steiermark. Als Ideengeber und Vermittler in den Regionen steht der langjährige Profi-Mountainbiker Jürgen Pail bereit. Er wird auf Basis des Leitfadens dabei helfen, mögliche Mountainbike-Strecken auszuloten. Die Strecken selbst sollen einheitlich gekennzeichnet werden und dann im Geoinformationssystem (GIS) abrufbar sein.

"Das Ziel dieser Lösung ist ein respektvolles Miteinander", sagt Seitinger, der die Verhandlungen mit Eibinger-Miedl, Lang sowie der Landwirtschaftskammer, dem Alpenverein und den Naturfreunden geführt hat. "Ich bin überzeugt, dass wir so noch mehr Steirer dazu bewegen können, aufs Rad zu steigen", sagt Lang.

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Danke für Ihr Verständnis.

Steirer79
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Kein Mensch

braucht Biker im Wald und Punkt

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sistra
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Nicht durch den Wald, aber

auf Forststraßen die mit einem Förderzuschuss gebaut wurden, muss das Mountainbiken möglich sein! Ebenfalls PUNKT! 😉

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max13
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Die Straßen wurden gebaut,um die holzbringung zu erleichtern.

Keinesfalls für Radfahrer .
Die Herrschaften die über fremden Besitz bestimmen wollen ,haben nichts zu sagen.
Es ist eigenartig das gerade die besitzerpartei das Recht des Eigentümers beschränken will.

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nasowasaberauch
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So ein Schwachsinn! Alter Wein in neuen Schläuchen.

Ein Trauerspiel, was sich Österreich auf dem Gebiet leistet.

Deutschland, Italien und die Schweiz ziehen links und rechts an uns als Mountainbike Urlaubsdestination vorbei. Und hier? Nichts. Gar nichts.

Wir werden mittlerweile nur mehr ausgelacht! Dabei hätte die Steiermark mit ihren nicht so schroffen Bergen ideale Voraussetzungen für Familienurlauber mit nicht so extrem bikenden Vätern!

Ein Skigebiet nach dem anderen sperrt zu, aber alle haben Angst vor neuem.

Ein Paradebeispiel ist die Gegend um Trofaiach. In den Gräben, in denen Skitoueren los gehen, werden Sportler schikaniert und gestraft. Viel zu wenige Parkplätze gehen auf das Konto der Einheimischen Verweigerer. In Leoben werden Leute mit Unterlassungsklagen aus dem Wald gehalten.

Einfach nur ein Trauerspiel das Ganze!

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biwi65
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Wieder die Steiermark !

Schlechteste Wohnbauförderung in Österreich,
höchste GIS-Gebühr in Österreich,
miesesten Straßen in Österreich,
und jetzt das Trauerspiel mit dieser MTB-Lösung.
Da braucht man nicht mal den Text lesen, wenn man auf's Foto schaut und die Klientel-Schützer Titschenbacher und Seitinger sieht, weiß man sofort, daß für uns Mountainbiker nur eine nachteilige Lösung herauskommen kann.
Ich brauche diese Regelung nicht. Meine Freunde und ich werden weiterhin dort biken, wo wir wollen, ob markiert oder nicht.
Sport frei !

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pescador
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Völlig richtig!

Hier wird eine riesige Chance vergeben.

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pescador
5
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.

Wer es künftig (aus welche Günden auch immer) verabsäumt attraktive MTB-Strecken anzubieten, wird touristisch auf der Strecke bleiben. Kleingeist und Kirchturmdenken sind hier fehl am Platz, noch dazu wo das Land die rechtliche Absicherung übernimmt.

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sistra
4
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Und was soll daran neu sein?

Diese komplizierte Vorgangsweise, mit Verträgen zwischen Grundbesitzern und Gemeinde bzw. Tourismusverband gibt es seit langem und die Versicherung des Landes ebenfalls.

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