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Zuletzt aktualisiert: 31.05.2012 um 19:02 UhrKommentare

"Spielberg bringt eine positive Kettenreaktion"

Seit gut einem Jahr läuft Dietrich Mateschitzs Projekt Spielberg. Gewerbe und Tourismus freuen sich über einen gewaltigen Schub.

Der 17 Meter hohe und 54 Tonnen schwere Edelstahlbulle mit vergoldeten Hörnern ist das neue Wahrzeichen am Ring

Foto © M. Fröhlich Der 17 Meter hohe und 54 Tonnen schwere Edelstahlbulle mit vergoldeten Hörnern ist das neue Wahrzeichen am Ring

Bäckerei-Chefin Anita Madenberger aus Zeltweg kommt aus dem Schwärmen nicht heraus: "Ich glaub', irgendwann muss ich mich beim Herrn Mateschitz bedanken für das, was er uns da ermöglicht." Grund für die Euphorie: Das Zusatzgeschäft, das sie macht, seit das Projekt Spielberg vor gut einem Jahr ins Fahren kam. Ganz extrem ist es dieses Wochenende, wenn die DTM-Autos in Spielberg vor Tausenden Fans ihre Runden drehen: "Allein in diesen Tagen liefern wir 50.000 Semmeln, 10.000 Brezen und vieles mehr."

Aber auch der Normalbetrieb sei zu spüren: "Zwischen März und Oktober ist immer etwas los. Da gibt es ständig eine positive Kettenreaktion, denn Wirte und Supermärkte haben logischerweise mehr Bedarf, wenn zusätzlich Leute in der Region sind." Red Bull schaue drauf, dass heimische Betriebe zum Zug kommen. "Da haben sich etliche von außen angestellt, aber die haben keine Chance", sagt Madenberger. Ähnlich ihr Fleischer-Kollege Helmut Sattler aus Fohnsdorf: "Ich beliefere alle Gastrobetriebe von Red Bull, das ist für meinen Betrieb natürlich eine großer Frequenzbringer." Er sei froh, dass der Getränkekonzern auf regionale Qualität setze: "Was wir ausmachen, hält, und es sind pünktliche Zahler. Was will man mehr?", sagt Sattler. Auch der Chef des einige Kilometer von Spielberg entfernten Einkaufszentrums Arena in Fohnsdorf, Werner Gruber, bemerkt Käufer-Zuwächse: "Wenn am Ring etwas los ist, spüren wir das stark."

Laufende Bauten

Freuen darf sich auch die Bauwirtschaft, denn obwohl der Ring seit mehr als einem Jahr in Betrieb ist, lässt Dietrich Mateschitz nach wie vor an vielen Ecken und Enden bauen. Soeben begonnen wurde mit dem Umbau des Hofwirtes in Seckau; dieses Projekt wäre schon wesentlich weiter, hätte nicht ein Rohrbruch die Arbeiten verzögert.

Eingerüstet ist auch der "Wasserturm" in Zeltweg, ein historisches Gebäude nahe des ebenfalls von Mateschitz betriebenen Nobelhotels Steirerschlössl. Der Turm verwandelt sich in ein Cafe mit Aussichtsplattform und Orangerie.

Vorbereitet werden derzeit auch Umbauarbeiten am soeben vom Stift Admont erworbenen Schloss Admontbichl in Obdach sowie am Schloss Thalheim in Pöls, wo eine Wasser-Abfüllanlage entstehen soll. Ein beliebtes Fotomotiv am DTM-Wochenende wird ein Kunstwerk auf dem Ringgelände sein, das soeben fertiggestellt wurde.

Die obersteirischen Künstler Clemens Neugebauer und Martin Kölldorfer haben eine gigantische, 17 Meter hohe und 54 Tonnen schwere Stierskulptur entworfen. Allein die Hörner sind sechs Meter lang und blattvergoldet, für einen den Stier umgebenden Bogen wurden 1,5 Millionen Red-Bull-Dosen verarbeitet.

Mateschitz zu Gast

Mateschitz selbst hat Gefallen an seinem Spielplatz, den er sich in und rund um Spielberg geschaffen hat. Des öfteren kreist er mit dem Hubschrauber über der Region, wird dann und wann auch mit dem Motorrad gesehen oder lässt sich in einem seiner vier Gastrobetriebe blicken. 135 Mitarbeiter sind mittlerweile beim Projekt Spielberg fix beschäftigt, viele in der Gastronomie, etliche im Management am Ring selbst.

Glücklich ist der Spielberger Gerald Taffanek, Chef des Tourismusverbandes Aichfeld und über Jahre ein Kämpfer fürs Projekt Spielberg: "Wir halten bei 60.000 Nächtigungen, eine Steigerung um 38 Prozent, Tendenz steigend." Mit den Mateschitz-Betrieben sei der Qualitätsstandard massiv gestiegen: "Für uns ist das Ganze ein Traum."

JOSEF FRÖHLICH

Fakten

400 Hektar Grund hat Dietrich Mateschitz bisher in Spielberg und Umgebung gekauft. Beispiele: 80 Hektar gehören ihm rund um den Ring, erst kürzlich kam eine 150 Hektar große Eigenjagd in St. Peter ob Judenburg dazu.

650 Hektar hat Red Bull in der Region gepachtet. Rund 100 von Bauern am Gelände der Rennstrecke, weitere 550 Hektar vom Stift Heiligenkreuz im rund 15 Autominuten entfernten Gaal. Dieses Gelände dient als Offroad-Gelände, etwa für Geländewagen-Tests.

6 Projekte sind umgesetzt: Der Ring selbst samt Stationen wie Trial- oder Offroad-Bereich, Ausbau Schönberghof, Umbau Enzingerhof, Ausbau Hotel Steirerschlössl Zeltweg, "G'schlössl" Großlobming, Offroad-Gelände Gaal.

6 Projekte sind in Umsetzung oder Vorbereitung: Am "Wasserturm" und Hotel Bernhard in Zeltweg sowie Hofwirt in Seckau wird gebaut, Umbauten von Schlössern in Obdach und Pöls werden vorbereitet, ebenso eine Rallye-Teststrecke in St. Lorenzen bei Knittelfeld.

135 Mitarbeiter sind derzeit beim Projekt Spielberg fix beschäftigt, Tendenz steigend. Zudem sind - etwa für die Sicherheitsstaffel - viele Mitarbeiter punktuell tätig. Neuer Chef am Ring ist der für Marketing und Verkauf zuständige Deutsche Walter Kafitz (61), früher Chef am Nürburgring.

KLEINE.tv

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Red Bull Ring

Josef Fröhlich

Der Red Bull-Ring in Spielberg bei Knittelfeld wurde 1969 als "Österreichring" eröffnet, von 1997 bis 2003 hieß die Rennstrecke "A1-Ring". Am 15. Mai 2011 wurde der neue Red Bull-Ring offiziell eröffnet.

 

Fotos

Antenne Steiermark Black Out Challenge bei der DTM 

Antenne Steiermark Black Out Challenge bei der DTM

 


Grafiken

Kleine Zeitung

Der Red Bull Ring steht im Mittelpunkt des Projektes Spielberg. Rund um die Rennstrecke hat sich Mateschitz selbst die Infrastruktur geschaffen – mit Hotels in allen Preisklassen, einer Offroad-Strecke und mehr.



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