"Das Schlimmste für uns ist die Ungewissheit"
In Knittelfeld zittert eine Familie um das Leben des Bruders. Der 68-Jährige ist in Costa Rica verschollen, mit ihm ein zweiter Steirer. Im Haus fand die Polizei Blut.

Foto © Helge O. SommerLinks: Herbert Langmeier (66) lebt schon seit mehr als 30 Jahren in Südamerika. Rechts: Der seit einigen Wochen vermisste Knittelfelder Horst Hauser (68) hat sein Anwesen in Costa Rica nach seiner Pensionierung selbst erbaut
"Wir sind noch immer in einem Schockzustand." Gerade erst aus Costa Rica zurückgekehrt, wo er 14 Tage lang nach seinem verschollenen Bruder gesucht hat, sitzt Wilhelm Hauser aus Sachendorf bei Knittelfeld nun in seinem Wohnhaus. Vor ihm eine Tasse Kaffee und Zigaretten, die wohl die Nervosität dämpfen sollen. Daneben ein Fotoalbum mit den letzten Fotos des Bruders: Horst Hauser beim Bau seines Hauses in Costa Rica. Horst Hauser im Regenwald. Horst Hauser beim Goldschürfen am Rio Tigre. Auf diesem Bild ist auch Freund Herbert Langmeier (66) zu sehen.
Die beiden Steirer, beide in Knittelfeld aufgewachsen, sind seit mehreren Wochen verschwunden. Kurz vor Weihnachten hatte Wilhelm Hauser noch Kontakt mit seinem Bruder. Doch danach blieben die verabredeten 14-tägigen Anrufe aus. Stattdessen meldete sich ein in Costa Rica lebender Deutscher bei dem Steirer in Knittelfeld: Er hätte Horst Hauser seit längerem nicht gesehen. Doch nun würde ein Einheimischer mit dessen Auto herumfahren.
Da gab es für Wilhelm Hauser kein Halten mehr. "Seither stehe ich in ständigem Kontakt mit dem österreichischen Konsul in Costa Rica und mit dem österreichischen Außenamt." Und er flog auch selbst nach Südamerika, wo der ehemalige Voest-Arbeiter nach seiner Frühpensionierung in der Nähe von Puerto Jimenez - auf dem südlichsten Zipfels des Landes ganz in der Nähe von Panam - vor rund 14 Jahren ein Haus errichtet hat. Auf 27 Hektar, im Regenwald gelegen.
Blutspuren gefunden
"Sein Freund, der schon vor mehr als 30 Jahren ausgewandert war, hat ihm Costa Rica ans Herz gelegt", weiß Anton Kiesl vom Landeskriminalamt. Die steirische Mordgruppe ist seit Dienstag in die Ermittlungen eingeschalten. Denn es wird befürchtet, dass die beiden Steirer ermordet worden sind.
In Hausers Wohnhaus wurden Blutspuren gefunden, die Wände sind frisch gestrichen - und der Einheimische, der mit dem Wagen des Knittelfelders herumfährt und nach Erzählungen der Ortsbewohner ein "Bandit" ist, ist dort eingezogen. Er will alles geschenkt bekommen haben.
"Alle Papiere sind verschwunden, das Konto meines Bruders wurde leer geräumt", so Hauser. Er setzt seine Hoffnungen jetzt auf die österreichischen Behörden, denn die Polizei in Costa Rica könne nichts tun, solange die Vermissten nicht gefunden werden. "Wir sind noch immer voll Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet. Doch es schaut nicht danach aus."
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Bild vergrößernDas Haus von Wilhelm Hauser. In Hausers Wohnhaus wurden Blutspuren gefunden, die Wände sind frisch gestrichen. Foto © Hruby
Das Haus von Wilhelm Hauser. In Hausers Wohnhaus wurden Blutspuren gefunden, die Wände sind frisch gestrichen. Grafik © Hruby

Grafik vergrößernVermisste ÖsterreicherGrafik © APA












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