Wiener Anwalt kämpft gegen Straßenausbau
Sehr gut! So bewertet Matthias Göschke die Chancen, dass die Errichtung der S 36/S 37 verhindert werden kann. Göschke ist Rechtsanwalt in Wien und vertritt die Gegner des vierspurigen Ausbaus.

Foto © FröhlichMatthias Göschke
Für die zahlreichen Gegner des vierspurigen Ausbaus von Judenburg nach Klagenfurt ist es ein Glücksfall, dass Matthias Göschke als Kind den Bezirk Murau und dessen unberührte Natur kennen lernte. Denn der Wiener Rechtsanwalt kehrt gerne in die Gegend zurück: "Hier ist es anders als anderswo. Die Natur ist noch so, wie ich sie als Kind erlebt habe. Und ich möchte, dass sie meine Kinder und deren Kinder auch noch so erleben können."
Deswegen setzt sich Göschke gegen den Bau der S 36/S 37 ein. Er vertritt jenen Unzmarkter, der beim Verfassungsgerichtshof den Antrag stellte, die Trassenverordnung aufzuheben, sowie die Gemeinde Perchau: Sie brachte wegen Probebohrungen Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof ein (wir berichteten).
Die Chancen, dass der Bau noch verhindert werden kann, bewertet der Rechtsanwalt als "sehr gut". Dem Antrag des Unzmarkters räumt er bessere Chancen ein, da die Planung der S 36 weiter fortgeschritten ist (die S 36 geht bis Scheifling, danach nennt sich die Straße S 37). Bis Herbst des nächsten Jahres erwartet er ein Urteil.
Protokoll
Das Verkehrsprotokoll zur Alpenkonvention nimmt Göschke als ein Hauptargument her, warum diese Straße nicht gebaut werden dürfe. Denn im Artikel 11 Absatz 1 heißt es: "Die Vertragsparteien verzichten auf den Bau neuer hochrangiger Straßen für den alpenquerenden Verkehr." Wo die Alpen verlaufen, ist genau definiert, die geplante S 36/S 37 quert die Alpen. Kurios ist laut Göschke: "Der Verkehr würde sich von außerhalb der Alpen in die Alpen hinein verschieben." Und zwar von der A2, die von Niederösterreich über den Wechsel nach Klagenfurt führt, auf die künftige S 36/S37: Tausende Fahrzeuge würden die neue Straße benützen, da sie unter anderem kürzer ist. "Es entsteht eine Transitroute", so Göschke, der das ganze Verkehrsprotokoll ad absurdum geführt sieht: "Österreich hat sich massiv dafür eingesetzt." Wird die Straße gebaut gibt es laut Göschke auch kein Halten mehr, was neue Großprojekte angeht: "Eines der nächsten Projekte ist dann Scheifling Richtung Tauern."
Der 37-Jährige kritisiert auch das Vorgehen der Straßenerrichtungsgesellschaft Asfinag: "Was ich nicht verstehe, sind die Methoden." Es sei mit "falschen und gefälschten Zahlen" gearbeitet worden, um das gewünschte Ergebnis herbeizuführen. Und: "Das Geld, das dieser Ausbau kostet, kann gar nie verdient werden." Die Kilometermaut werde also zwingend kommen müssen.
Wer mehr über die Argumente Göschkes und anderer Gegner erfahren will, kann sich mit einer neuen Broschüre informieren. Diese wird künftig an öffentlichen Orten aufliegen.









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