Als die MiG aus dem Nebel kam
Vor 20 Jahren schrieb ein Pilot Geschichte. Keiner kennt sie besser als Dieter Szolar.

Foto © Szolar
Am 25. Oktober 1991 hängt der Nebel tief über dem Flughafen Klagenfurt. Die Männer im Tower schieben eine ruhige Kugel, ein Lotse lagert die Füße hoch. Plötzlich, es ist 10.02 Uhr, zischt vor ihm ein Jet im Tiefflug vorbei, zieht eine Schleife, setzt am Rollfeld auf.
Die MiG 21 mit dem Stern der jugoslawischen Volksarmee am Heck sollte Dieter Szolar noch lange beschäftigen. Der Oberst im Fliegerregiment 2 in Zeltweg untersuchte für das Bundesheer die Flucht des kroatischen Jagdfliegers Rudolf Peresin, der nicht länger gegen sein eigenes Volk kämpfen wollte.
500 Schilling für Peresin
Noch gut erinnert sich der Kärntner an die erste Begegnung mit Peresin: "Er kam aus einer Zelle, weil sie nicht wussten, wohin mit ihm. Er steckte noch in der Fliegermontur, hat gestunken wie ein Bock." Szolar organisierte dem Mann ein Zimmer, frische Wäsche, und steckte ihm 500 Schilling zu, damit er Frau und Tochter anrufen konnte. "Wenn er von ihnen sprach, rannen ihm die Tränen über die Wange."
Während Peresin nach Kroatien zurückkehrte, dort die Luftwaffe aufbaute (und später über Serbien abgeschossen wurde), begann um seine MiG 21 ein heftiges Tauziehen. Die Kroaten wollten sie, Serbien auch, Österreich gab sie nicht her. Szolar weiß von trickreichen Versuchen serbischer Offizieller, unter einem Vorwand in die Maschine zu gelangen. Wohl um damit abzufliegen.
Wieder im Scheinwerferlicht
Über die Jahre geriet der - übrigens unbewaffnete - Jäger in Vergessenheit, verstaubte in einer Baracke bei Wiener Neustadt. Erst als sich ein kroatisches Filmteam auf Spurensuche begab, rückte die MiG wieder ins Scheinwerferlicht. Jetzt steht sie in Zeltweg und ist eine der Attraktionen der Ausstellung "100 Jahre Militärluftfahrt in Österreich".










