Eurofighter-Werft: Kommando zurück
Kommandoübergabe in Eurofighter-Werft in Zeltweg geplatzt. Frage der Führung ungelöst.

Foto © APADie Einführung der Eurofighter läuft plangemäß
Die Einführung der Eurofighter läuft plangemäß, in den nächsten Wochen wird der fünfzehnte und damit letzte Jet in Zeltweg einfliegen. Währenddessen kommt das Heer in einer wichtigen Personalfrage nicht aus dem Trudeln. Es geht um die Leitung der Fliegerwerft 2 in Zeltweg, in der die Eurofighter gewartet werden.
Kommandoübergabe
Am 1. September sollte die festliche Kommandoübergabe von Reinhard Zmug an den provisorischen Leiter Jörg Freistätter erfolgen. Ehrengäste wurden ein- und bald darauf wieder ausgeladen: "Die Übergabe ist verschoben", hieß es. Sofort wurden Vermutungen laut, das könnte mit lange schwelenden Problemen in Sachen Leitung der Werft zusammenhängen. Wie mehrmals berichtet, ist Major Christian Schandor (35) rechtlich nach wie vor Chef der Werft. Seine Rückkehr wird aber von höchster Stelle blockiert. Begonnen hat alles im März 2008. Schandor wurde damals von Generalstabschef Edmund Entacher gebeten, ein Jahr lang für Oberstleutnant Reinhard Zmug Platz zu machen, der als Generalstabsoffizier eine Art Praxisjahr absolvieren musste.
Schandors für heuer vereinbarte Rückkehr in den Chefsessel der Werft blieb aus: Zuerst wurde Zmug verlängert, nach seinem Abgang kam nicht Schandor, sondern Oberstleutnant Jörg Freistätter zum Zug. Dass der Festakt zur Übergabe nun verschoben wurde, hat laut Insidern einen formalen Grund: "Freistätter ist nur eine Vertretung, da darf keine Kommandoübergabe stattfinden." Als man da draufkam, waren die Einladungen schon verschickt. Währenddessen sitzt der Judenburger Christian Schandor, der eigentliche Leiter der Werft, im Ministerium in Wien. Dorthin wurde er gegen seinen Willen berufen. Man wolle ihn für höhere Weihen aufbauen, so die offizielle Version.
Inoffiziell ist klar, dass General Edmund Entacher den Mann als Werftleiter loswerden will. Und daran hat auch die Personalvertretung Interesse. Denn Schandor setzte in seiner Amtszeit von 2004 bis 2008 diverse Maßnahmen zur Steigerung der Leistung, was nicht bei allen gut angekommen ist. "Schandor war am richtigen Weg, aber es fehlte ihm an Fingerspitzengefühl und Diplomatie", so ein Beobachter. An fachlicher Qualifikation mangle es ihm nicht. General Entacher will den Posten ausschreiben, was nur möglich ist, wenn Schandor freiwillig auf die Werftleitung verzichtet. Tut er es nicht, artet der Fall in einen Rechtsstreit aus.













-Anzeigen
