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    Zuletzt aktualisiert: 30.06.2009 um 11:29 UhrKommentare

    Feldbach sitzt die Angst im Nacken

    Den Menschen in Feldbach sitzt die Angst im Nacken. Etliche Häuser wurden evakuiert, 15 Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Auch Radmer war am Montag wieder betroffen.

    Der Schock sitzt bei allen Anwohnern tief

    Foto © SchöberlDer Schock sitzt bei allen Anwohnern tief

    Plexiglas-Himmel über Feldbach. Grau und blickdicht polstern finstere Wolken den Horizont über dem Haus von Hermann Tranacher in Tagensdorf. Das Haus, aus dem der Landwirt und seine Familie Samstagnacht evakuiert wurden, hebt sich hellgelb vom Hintergrund ab.

    Wie an einem Tatort. Ausnahmezustand im Bezirk Feldbach: 72 Personen wurden evakuiert, 15 Feuerwehren sind im Dauereinsatz, das Bundesheer packt mit 300 Mann an. "7000 bis 10.000 Kubikmeter Erdreich könnten da runter kommen", sagt Tranacher mit Respekt. Die Eingangstür ist mit gelben Brettern verbarrikadiert, die Fensterläden geschlossen. Ein lebloses Haus. Irgendwo plätschert ein Rinnsal, ein Hund verbellt einen Kameramann, Beamtendeutsch im Funk, Gummistiefel quietschen beim Gehen. "Wegen des Schlamms mussten wir das Haus dicht machen, der ist sonst überall", sagt Tranacher und blickt rauf zum Hang. Hundert Meter entfernt liegt die Wiese in Falten. Grün-braun gekluftet. Abgesperrt wie ein Tatort. Mit rot-weiß-roten Bändern, die im Wind zittern wie die Betroffenen, die sich vor dem fürchten, was er vor sich hertreibt: den nächsten Regen.

    Schlammsperre. Zwischen Falten und Wohnhaus: die Panzer-Igel des Bundesheeres als Schlammsperre. Sie werden in Zweierreihen aufgestellt und mit Holz, Plastik und Sandsäcken gefüllt, um eine Mure auf die Straße abzuleiten.

    Es regnet weiter. Hektisches Treiben bei 25 Grad. Franz Fink von der Feuerwehr kommt vorbei, er hat keine guten Nachrichten. "Eine Gewitterfront zieht von Hartberg über Fürstenfeld direkt nach Feldbach." Alle nicken und tun nichts. Machtlos. "Was soll man auch tun?", sagt Tranacher frustriert mit bangem Blick zum Himmel. "Der Boden ist bis zu elf Meter tief mit Wasser vollgesogen, er kann nichts mehr fassen", weiß Fink. Beim Gehen rutscht einem das Erdreich butterweich unter den Füßen weg. Seine drei Kühe musste Tranacher nicht evakuieren. Jetzt kommt er um sechs Uhr Früh rauf zu seinem Hof, die Feuerwehr als Vorhut. Um zu sehen, ob sein Haus noch steht. Das erste Donnergrollen. Gänsehaut bei schwüler Luft.

    Manche nehmens mit Humor. In Hatzendorf ist der Regen bereits angekommen. Nach dem Wolkenbruch hängt die Sonne fett über dem Ort. Neben den Straßen liegt Klimbim, jene Dinge, die man im Keller unterbringt, solange sie nicht Saison haben. Schi, Schlittschuhe, altes Spielzeug. Dazwischen die Schläuche der Feuerwehr, die Pumpen sind überall zu hören. Drei weitere Keller sind voll. Es riecht erdig-muffig. Monika Pipan entsorgt ihren alten Wohnzimmerboden über den Balkon. "70 Zentimeter hoch war das Wasser in unserer Wohnung." Das Lachen hat sie nicht verlernt: "Galgenhumor."

    Angst um Hab und Gut. Lachen hilft bei Maria Krall aus Kleinfrannach nicht mehr. Sie macht sich mit Tränen Luft. Seit Mittwoch hat sie Angst. Ein eineinhalb Meter breiter Spalt klafft in dem Hang neben ihrem Haus. "Hoffentlich erwischt es nicht unser Haus."

    Wie Zündhölzer. Für Dieter Haberl aus Wörth kam das Unglück mit einem leisen Knacken. Als die Mure die 15 Meter hohen Bäume hinter seinem Haus knickte wie Zündhölzer und sein kleines Kellerstöckl mit sich riss. Es dauerte bloß eineinhalb Stunden, bis 200 Meter Wald an seinem Küchenfenster vorbeizogen. "Es war unheimlich, so langsam, und trotzdem hat man gemerkt, dass da eine irrsinnige Kraft dahinter ist." Er und seine Frau übernachten jetzt bei Freunden. Trotzdem mäht er am Tag den Rasen vor seinem Haus. Beschäftigungstherapie. "Schlimmer, geht's nimmer", meint er bevor er das Gerät anwirft. Es tröpfelt. In Schwarzau kreischen die Sirenen.

    Und wieder Radmer. Einmal mehr betroffen auch die Gemeinde Radmer. Machtlos zusehen mussten Bewohner und Feuerwehrleute im Finstergraben in der Radmer, wie die Fluten des Finstergrabenbaches das Wirtschaftsgebäude der Familie Stangl mitgerissen haben. "Wir haben auf den Bagger gewartet. Der war schnell da, aber da war nichts mehr zu machen. Wir konnten gerade noch ein paar Geräte retten", so Einsatzleiter und Kommandant Herwig Troppacher von der Freiwilligen Feuerwehr Vorderradmer. "Da wird einem die Hilflosigkeit so bewusst und das bedrückt", so Troppacher. Und dennoch, Herbert Stangl, Sohn der Familie, ist voll Optimismus: "Es geht uns gut. Uns ist nichts passiert, dem Haus auch nicht und die Helfer der Feuerwehr sind super." Brenzlig war die Lage auch weiter hinten im Finstergraben, wo ein Haus evakuiert werden musste. Eine Frau wurde mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Die Rettungsaktion verlief problemlos. Radmer war bis Montag Nachmittag auch ohne Strom, und bis 16.30 Uhr nicht erreichbar, da die B115 wegen Überflutung zwischen Eisenerz und Hieflau gesperrt werden musste.

    CARMEN OSTER, ANDREA SEEBACHER

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