"Es war nicht so leicht, aber machbar"
Wie das so ist bei der mündlichen Matura? Die Kleine Zeitung begleitete Maturatagebuchschreiber Andreas Hofer einen halben Tag.
Montag, 14 Uhr, BORG Birkfeld: Viel ist nicht mehr los an der Schule. Wo sind die Maturanten? Kein Mensch zu sehen. Doch, halt: Eine junge Frau huscht vorbei. Die Maturanten? Im zweiten Stock im Gang hinten. Ja, da sind sie ja, in einer Klasse - fesch im Dirndl, Kleid, Anzug, im Steirer. Die in Jeans haben Buffetdienst: Die siebenten Klassen sorgen für Brötchen, Kuchen, Getränke, Kaffee.
Heiß ist es, aber sind nur deshalb die Köpfe gerötet? Eine Schülerin blättert in ihren Unterlagen, die Burschen tratschen. In den nächsten Minuten werden sie in das Nachbarzimmer gebeten werden, um der Kommission vorgestellt zu werden.
Andreas Hofer, den Kleine-Leser von seinem "Maturatagebuch" kennen, sieht man die Nervosität nicht an. Ihm kommt der Nachmittagstermin an diesem ersten Maturatag gut gelegen. "Da konnte ich mich schön ausschlafen, ohne Schlafprobleme", sagt er. Der Wenigzeller hat mündliche Prüfungen in Deutsch, Englisch und Chemie, inklusive Vorstellung seiner Fachbereichsarbeit, vor sich.
Zuerst aber werden die Maturanten der Kommission vorgestellt. Diese besteht aus Professoren an der Schule, die die heute geprüften Gegenstände unterrichten, sowie die Vorsitzende, Imelda Görog, Direktorin der GIBS Graz. Danach aber heißt es arbeiten. Während die einen Schüler geprüft werden, bereiten sich die anderen vor. "Das geht logistisch so am besten, denn auch dabei müssen sie beaufsichtigt sein", sagt Chemieprofessorin Sabine Seidl.
Um 19 Uhr schließlich ist der Spuk vorbei. Fast vorbei. Jetzt tagt die Kommission. Wie es war? "Leicht war es nicht, aber es war machbar", sagt Andreas Hofer.
Die Maturanten sitzen herum, warten. Und schließlich stehen sie wieder vor der Kommission. Görog verkündet das "Urteil". Schnell ist man bei "Hofer" angelangt. Dass er nervös ist, verraten nur die Hände, die sich schnell hintereinander zu Fäusten ballen.
Und schließlich ein strahlendes Lächeln - eine "ausgezeichnete Leistung", wie Görog sagt. Ausgezeichneter Erfolg, sechs "Sehr Gut". Wird jetzt gefeiert? "Heute nicht, heute schlafen wir einmal vor für das Feierprogramm der nächsten Tage", sagt Hofer und schaut dabei schon ein bisschen glücklich aus.








