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    Zuletzt aktualisiert: 11.01.2012 um 13:11 UhrKommentare

    Schließung von 38 Schulen zugunsten von mehr Qualität

    Befreiungsschlag: Dadurch, dass man Kleinschulen schließt, will man endlich wieder genug Mittel für größere Schulen haben.

    Foto © Gernot Eder

    Es war generalstabsmäßig geplant: Bis Montagabend wurde politisch an den Details des "Regionalen Bildungsplanes" gefeilscht. Sämtliche Beteiligten hielten bis zum Schluss dicht, obwohl man gerade an diesem Tag bis in die späten Abendstunden auf Tuchfühlung mit den steirischen Journalisten war. Hatten doch Landeshauptmann Franz Voves und Vize Hermann Schützenhöfer zum Neujahrsempfang in die Grazer Burg geladen.

    Für Dienstag früh waren dann Sitzungen mit den Abgeordneten von SPÖ und ÖVP anberaumt. Erst danach wurden die betroffenen Bürgermeister in Kenntnis gesetzt und die Journalisten zur Pressekonferenz geladen.

    Direktor erfuhr durch Journalisten von Schließung seiner Schule

    "Es ist fürchterlich, es ist ein Wahnsinn. Auch die Eltern sind sehr bestürzt", war am Dienstag Johann Stiegler hörbar betroffen. Der Lehrer und Direktor der Volksschule Soboth musste am Dienstag zu Mittag von einem Journalisten erfahren, dass die kleine Bergschule mit seinen derzeit zwölf Kindern geschlossen wird – und zwar schon mit Ende des aktuellen Schuljahres.

    Kurz davor hatten Landeshauptmann Franz Voves, Vize Hermann Schützenhöfer und die zuständige Landesrätin Elisabeth Grossmann eine Liste von rund 60 Schulen präsentiert, die zugesperrt, zusammengelegt oder unter Beobachtung gestellt werden. Offiziell benachrichtigt wurden die Betroffenen erst danach.

    Schulen geschlossen

    36 Volksschulen, zwei Hauptschulen und drei polytechnische Klassen werden geschlossen. Einjährige Fachschulen für Land- und Ernährungswirtschaft werden aufgelassen, weitere landwirtschaftliche Fachschulen und Berufsschulen werden zusammengelegt (siehe auch nächste Seite).

    So penibel der Coup vorbereitet worden war - im Einzelfall war das Zeitkorsett zu knapp. Einzelne Schulleiter erfuhren erst aus den Medien, dass ihrer Schule kein Fortbestand beschieden ist. Insgesamt jedoch vermittelten die Akteure den Eindruck, dass jeder Schritt wohlüberlegt ist, dass dem Schließungsplan ein Konzept zugrunde liegt, das geeignet ist, jede Maßnahme plausibel erscheinen zu lassen.

    Berufsschüler übersiedeln 2013

    GRAZ. Die teils stark sinkenden Schülerzahlen sind nicht nur ein Problem von Kleinst- oder Hauptschulen. In den Bereichen Gastgewerbe und Handel zieht das Land nun die Konsequenzen: Die Gastronomieberufe werden mit dem Schuljahr 2013/2014 aus Aigen im Ennstal nach Bad Gleichenberg verlegt. Betroffen sind 15 Lehrer und sechs Landesbedienstete.

    Hingegen wird die Ausbildung im Handelssegment auf Bad Radkersburg konzentriert. Mit dem Schuljahr 2013/2014 wird das Berufsschulzentrum in Graz, das an seine Grenzen gestoßen ist, dahin gehend entlastet. Untergebracht werden die Lehrlinge in Bad Radkersburg beziehungsweise während des Umbaus des Lehrlingshauses in Mureck.

    Kein Weg vorbei

    Es blieb Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann (SPÖ) vorbehalten, dieses Konzept zu erörtern, umrahmt von SP-Voves und VP-Schützenhöfer sowie von Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz (SPÖ) und dessen Vize Elisabeth Meixner (ÖVP). Die Spitzen von Politik und Schulverwaltung formten geradezu bildlich einen Rahmen, der signalisieren sollte: An diesen Maßnahmen führt kein Weg vorbei. "Die Berücksichtigung lokalpolitischer Intentionen wurde nicht als Aufgabe des Projektteams gesehen", heißt es im Bericht der Projektgruppe. Aus dem Munde des Landeshauptmannes hörte es sich so an: "Es muss Experten geben, denen die Landespolitik vertraut. Und es gibt klare Entscheidungen."

    Die Kernbotschaft: Hier handle es sich um kein Sparkonzept, sondern um eine Maßnahme der Qualitätssicherung. Gespart wird beim Gebäude- und Sachaufwand, aber kein einziger Dienstposten wird eingespart. Der Bund stellt ja nach wie vor eine fixe Anzahl von Lehrern pro Schüler zur Verfügung, aber die Lehrerstunden werden effizienter auf die Schüler verteilt.

    Scharfe Kritik an Reformplänen

    GRAZ. Durch die Bank ablehnend äußert sich die Politkonkurrenz von Voves-SP und Schützenhöfer-VP zu den jüngsten Schulreformplänen. Der freiheitliche Bildungssprecher Hannes Amesbauer fordert, statt des "inakzeptablen Kahlschlags" die "18 Bezirksschulräte samt sündteurem Verwaltungsapparat abzuschaffen". Auch Ingrid Lechner-Sonnek von den Grünen hakt in diesem Punkt ein: "Um Geld einzusparen, werden Schulen geschlossen - die viel teurere Mehrfachverwaltung im Schulbereich wird weiter nicht angegriffen", kritisiert die Bildungssprecherin. Andreas Fabisch, seines Zeichens KPÖ-Schulsprecher in Graz, nennt es absurd, dass "man groß von Regionalförderung redet und gleichzeitig kleine Volksschulen in den Landbezirken zusperrt".

    Seit Jahren ist allen Schulfachleuten im Lande bewusst, dass die Kleinschulen zu viele Ressourcen fressen und für die Normalschulen zu wenige Lehrer übrig bleiben. Aber man scheute politisch den Protest gegen Schließungen. Erst das parteiübergreifende Miteinander von SPÖ und ÖVP machte den Schnitt möglich. Die frei werdenden Lehrer können steiermarkweit nun dort eingesetzt werden, wo sie bisher dringend fehlten: im Förderunterricht, insbesondere auch in der Sprach- und Leseförderung, als Zweitlehrer insbesondere in der Schuleingangsphase, in der Begabtenförderung, für ein besseres Angebot an unverbindlichen Übungen.

    Mindestgrößen festgelegt

    Das Konzept: Für jeden Schultyp wurde eine pädagogisch optimale Schulgröße sowie eine Mindestgröße festgelegt. Diese Werte wurden in Beziehung gesetzt zur Zumutbarkeit des Schulweges (maximal 30 Minuten), zu den lokalen Schülerzahlenprognosen, zu den baulichen Gegebenheiten und den Aufnahmekapazitäten benachbarter Schulen.

    So gelten als pädagogisch sinnvolle Mindestgröße für Volksschulen acht bis 12 Klassen, in Ballungsräumen bis zu 16 Klassen. Ein-, zwei- oder dreiklassige Schulen sind in Ausnahmefällen weiterhin möglich, einklassige Schulen sollten nicht weniger als 20 Schüler haben. Dennoch bleiben Standorte wie Modriach (derzeit 7 Schüler), Radmer an der Stube (13 Schüler), St. Johann am Tauern (13 Schüler) oder Wildalpen (14 Schüler) vorerst weiter bestehen, die Entwicklung wird weiter beobachtet.

    Weitere Ideen willkommen

    36 von derzeit 48 Kleinstschulen werden geschlossen, der größte Teil davon schon 2012, die übrigen 2013. Sollte es aus den Regionen weitere Vorschläge für die sinnvolle Auflassung zwei- oder dreiklassiger Schulen geben, wären diese der Landesregierung "willkommen", wie es am Dienstag hieß. Aber: "Wir haben bewusst die Standortentscheidungen an uns gezogen, um die Kommunalpolitik aus dem Schussfeld zu nehmen."

    Für die Hauptschulen bzw. Neuen Mittelschulen legten die Experten eine Schülerzahl von 160 bis 320 als optimal fest, auch um ein entsprechendes Angebot an Wahlpflichtangeboten sicherzustellen.

    Schulen mit weniger als 70 Schülern sollen geschlossen werden. Die Hauptschulen Wenigzell (derzeit 42 Schüler) und Breitenau (52 Schüler) werden tatsächlich aufgelassen, St. Lambrecht (64 Schüler), Stubenberg (66 Schüler) und St. Georgen an der Stiefing (67 Schüler) noch beobachtet.

    Bei den Polytechnischen Schulen soll es keine an die Hauptschule angeschlossenen Einzelklassen mehr geben, nur Mariazell wird vorerst fortgeführt.

    Die Pläne für den Bereich der höheren Schulen sollen in Kürze folgen.

    THEMA-TEAM: CLAUDIA GIGLER, THOMAS ROSSACHER

    Die Betroffenen in den Bezirken

    Grafik © KLZ

    Grafik © KLZ

    Fakten

    Im Bereich der Volksschulen werden mit Schulende 2012 31 einklassige Schulen mit weniger als 20 Schülern aufgelassen. Fünf weitere werden im Herbst 2013 nicht mehr aufgesperrt und 12 Schulen werden "vorläufig weiterbeobachtet", so Grossmann.

    Diese Maßnahme betreffe 462 Kinder, bzw. 1,1 Prozent von insgesamt 43.357 Schülern im Bundesland.

    Grafik

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