Warten auf richtiges "Christkind"
Nicht alle feiern am Heiligen Abend Weihnachten im Familienkreis. Stellvertretend für viele Steirer, die Dienst haben und im Einsatz sind, werfen wir einen Blick auf die Vorbereitungen in einer Geburtenstation.

Foto © APBesonders auf der Geburtenstation muss am Heiligen Abend gearbeitet werden
Nicht einmal echten Stimmungskanonen geht der heutige Tag leicht von der Hand. Weihnachten ist schließlich ein ganz besonderes Fest - in jeder Hinsicht. Deshalb hat Bernadette Sedlak die Bescherung auch längst hinter sich gebracht. Die 25-Jährige feierte bereits am 23. Dezember im Gasthaus ihrer Eltern in Wenigzell. Denn am 24. schiebt die Diplomkrankenschwester Dienst auf der Gebär- und Wochenbettstation im Grazer Landeskrankenhaus. Ihr erster Einsatz am Heiligen Abend. Und für diesen gibt sie sich auch bestens gerüstet. Und motiviert.
Dienstübergabe als Bescherung. Im Schwesternzimmer hängt ein Adventkalender. Ein paar Kugeln am Gang, Sterne an den Türen. Doch das deutet die Stimmungsmache bestenfalls an. Deshalb sagt sie: "Ich bringe auch noch einen Plastikbaum mit, die Kollegin vielleicht sogar einen, der singt. Vielleicht setze ich mir auch eine Zipfelmütze auf und spendiere ein paar Kekse." Gemeinsam mit Pflegehelferin Petra Hrga betreut Schwester Bernadette am Heiligen Abend rund 20 Frauen und deren Babys. "Wir werden natürlich auch die Besuchszeit, die um 20 Uhr endet, nicht so genau nehmen und mit den Mamas in den Aufenthaltsräumen für besinnliche Stimmung sorgen", verspricht sie ihr Möglichstes zu tun. "Und beschenken werden sich die Angestellten auch", verrät sie. Der Plan ist, die Dienstübergabe von der Tag- zur Nachtschicht als kurze Bescherung zu gestalten. So hat sich Schwester Bernadette das jedenfalls vorgestellt.
Weihnachtsdienst. Es kann aber auch ganz anders kommen. Und davon hat ihre Kollegin, Pflegehelferin Hrga, eine Menge zu berichten. Die 47-Jährige macht schon seit vielen Jahren Weihnachtsdienste. "Und da hat es Heilige Abende auf der Station gegeben, an denen wir nicht einmal Zeit für eine Weihnachtsjause hatten. Da bist du die ganze Nacht nur am Rennen."
Geburtenstation. Auch Oberschwester Roswitha "Rita" Kober (52) warnt. "Ich bin seit 32 Jahren Krankenschwester und da erlebt man allerhand. Zu Beginn war ich auch auf einer Krebsstation. Nicht nur, dass das manchmal sehr traurige Weihnachten waren, es kann auch hier auf der Geburtenstation ziemlich anstrengend werden. Schließlich weiß man nie, wie viele Babys ausgerechnet heute auf die Welt wollen."
Tausende Steirer. Es sind insgesamt wohl Tausende Steirer, die am Heiligen Abend im Einsatz sind. Sie sichern die Versorgung und sorgen für Sicherheit (siehe auch Kästen rechts). "Aber auch wenn es für uns in diesem Sinne kein stilechtes, kein richtiges Weihnachtsfest gibt", sagt Schwester Bernadette, "kann es doch auch ein Erlebnis sein, ausgerechnet heute zu arbeiten." Speziell für sie. Denn in Wahrheit wartet auf der Geburtenstation natürlich alles auf ein richtiges "Christkind". Dann ist auch an diesem Abend die Stimmung gerettet.








