Feldhofer: "Ich will den Titel unbedingt"
Ferdinand Feldhofer spricht im kleine.at-Interview über das bevorstehende Saisonfinale, die Stimmung innerhalb der Mannschaft und seinen vierten Meistertitel, der zum Greifen nahe ist.

Foto © GEPAFerdinand Feldhofer
Der gebürtige Vorauer ist Innenverteidiger beim SK Sturm. Feldhofer spielte bereits in der Jugend bei den Blackies und erlebte die große Zeit des Vereins hautnah mit. Nach sieben Jahren in Wien und Innsbruck kehrte er 2008 nach Graz zurück und hat nun erneut die Möglichkeit, steirische Fußballgeschichte zu schreiben.
Wie fühlst du dich heute vor dem Spiel gegen die Austria?
Ferdinand Feldhofer: Sehr gut. Das ist die Ruhe vor dem Sturm. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Abend heute ein gutes Ende nehmen wird.
Gegen Ried gab es einen Punkt. Bist du mit dem Resultat zufrieden? Ist das Spiel noch im Kopf?
Ferdinand Feldhofer: Ich denke immer von Spiel zu Spiel. Natürlich rechnet man immer mit, aber der Punkt war in Ordnung. Allerdings muss man die Heimspiele gewinnen, wenn man Meister werden will.
Der Titelgewinn ist für dich ja nichts Neues mehr. Welche Erinnerungen hast du an diese Höhepunkte?
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Nach dem Spiel gegen Kapfenberg ist das Team noch enger zusammengerückt.
Ferdinand Feldhofer: Richtig, ich war schon dreimal Meister. Zweimal mit Sturm, einmal mit Rapid (2005, Anm.). Wobei ich aber anmerken muss, dass ich 1998 beim ersten Titel von Sturm nur Kaderspieler war. Ich hatte also keine Einsätze. Deshalb war auch der zweite Titel in Graz für mich der wichtigere, weil ich mitwirken konnte. In Wien war es fast noch intensiver. Ich habe damals gegen die Admira das entscheidende Tor erzielt. Danach mussten wir nur noch ein Spiel gewinnen und das haben wir auch getan.
Du hast diese Erfahrungen also schon gemacht. Wäre die Enttäuschung deshalb nicht ganz so groß, wenn der Meisterteller heuer nicht nach Graz kommen würde?
Ferdinand Feldhofer: Nein, ich denke nicht. Ich will den Titel unbedingt. Die ganze Mannschaft will das. Nach dem Spiel gegen Kapfenberg (5:0 für Sturm, Anm.) ist das Team noch enger zusammengerückt. Wir ziehen alle am selben Strang, persönliche Interessen werden zurückgestellt.
Kann man die Stimmung von 1998 und 1999 mit der diesjährigen vergleichen?
Ferdinand Feldhofer: Gerade im ersten Jahr herrschte eine Rieseneuphorie. Der erste Titel in der Vereinsgeschichte und dann noch dazu mit so einem Punktevorsprung. Das war schon einzigartig. Heuer ist die Stimmung natürlich auch sehr gut. Aber noch ist nichts entschieden.
Wie schätzt du Salzburg und die Austria ein?
Ferdinand Feldhofer: Der Trainerwechsel scheint den Salzburgern gut zu tun. Die sind sicher der zweite große Favorit nach uns. Das härteste Programm hat die Austria. Die spielen noch gegen uns, Rapid und Salzburg.
Was meinst du zum Kurswechsel in Salzburg?
Ferdinand Feldhofer: Ich begrüße die Entscheidung, sich mehr auf den Nachwuchs zu konzentrieren und wünsche ihnen das Beste. Was das dann bringen wird, kann man nicht sagen. Nur mit jungen Spielern wird es wohl nicht gehen.
Wie lange willst du noch Fußball spielen?
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Ich fühle mich bei Sturm sehr wohl. Wie es im Moment aussieht, bleibe ich zumindest noch zwei Jahre in Graz.
Ferdinand Feldhofer: Solange es mir so gut geht, wie jetzt. Ich fühle mich bei Sturm sehr wohl. Wie es im Moment aussieht, bleibe ich zumindest noch zwei Jahre in Graz. Wenn ich merke, dass es nicht mehr geht, werde ich einen Schlussstrich ziehen. Ich mache gerade die Trainerausbildung, gemeinsam mit Mario Haas, Joachim Standfest, Carsten Jancker, Alex Zickler und Oliver Glasner aus Ried. Aber meine Zukunft ist noch offen, ich würde mich freuen, wenn ich meine Karriere in Graz beenden könnte.
Du hast ja viele Trainer bei ihrer Arbeit erlebt. Wer hat am effizientesten gearbeitet, wer hat dich geprägt?
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Ich mag es sehr gern, wenn man mich streichelt.
Ferdinand Feldhofer: Ja, ich habe einige Trainer erlebt: Osim, Hickersberger, Matthäus, Söndergaard, Kraft, Foda und einige mehr. Jeder hat so seine Vorstellungen. Meine Lehrjahre hatte ich unter Osim, er hat mich am meisten geprägt. Das Niveau im Training war aber auch wegen der Mitspieler damals sehr hoch. Ein guter Trainer muss erkennen, was die Mannschaft braucht. Ein Spieler braucht straffere Zügel, der andere eher Streicheleinheiten.
Was brauchst du?
Ferdinand Feldhofer: Ich mag es sehr gern, wenn man mich streichelt (lacht).
Dein schönster Moment am Platz?
Ferdinand Feldhofer: Das war in Marseille. Ich war bei meinem ersten Champions League-Einsatz auch zum ersten Mal in der Startelf. In der Bundesliga bin ich zuvor immer nur eingewechselt worden. Ich habe das damals eine halbe Stunde vor Spielbeginn erfahren. Osim hat zu mir gesagt, wenn ich aufs Klo muss, soll ich jetzt gehen, nachher ist es zu spät (lacht). Das war schon ein unglaubliches Gefühl, damals vor dieser Kulisse gegen Ravanelli (ehemaliger italienischer Nationalspieler, Anm.) zu spielen.
Die Top 3 am Ende der Saison?
Ferdinand Feldhofer: Wir werden Meister, Salzburg wird Zweiter, die Austria wird Dritter.
Features
Erinnerungen in Schwarz-Weiss
Interview-Serie
Der SK Sturm greift nach dem dritten Meistertitel. In unserer neuen Online-Serie "Erinnerungen in Schwarz-Weiß" werden wir auf www.kleinezeitung.at/sturm in regelmäßigen Abständen Sturm-Kicker der Meisterjahre zu Wort kommen lassen.
Zum Thema
Fakten zur Person
Ferdinand Feldhofer, geboren am 23. Oktober 1979 in Vorau, ist Fußball-Profi beim SK Sturm auf der Position des Innenverteidigers.
Er spielte für den SK Sturm, den SK Rapid Wien und Wacker Innsbruck.
Ferdinand Feldhofer ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
Foto

Feldhofer im Duell mit dem großen Fabrizio RavanelliFoto © GEPA







