Wirbel um abgesagte Schulmesse
Wegen Hassparolen gegen Religionslehrerin strich Pfarrer Gottesdienst.
Mit viel Aufregung geht das heurige Schuljahr zu Ende. Weil zwei Schüler der Polytechnischen Schule Hassparolen gegen ihre Religionslehrerin an die Bushaltestelle gesprüht hatten, platze dem Pfarrer der Kragen und er strich den Schulschluss-Gottesdienst. Er selbst will damit ein Zeichen gegen das wachsende Desinteresse der Schüler an Religion setzen, Schüler und Eltern sind empört: "Ich sehe nicht ein, dass wir alle bestraft werden", ärgert sich die 14-jährige Hauptschülerin Stefanie Feldhofer. "Die Absage ist eine Sauerei", ist ihr Vater fassungslos.
Parolen. Passiert ist der Vorfall Mitte Juni. In der Nacht sprühten zwei 15-jährige Jugendliche umgedrehte Kreuze, Pentagramme und unappetitliche Parolen gegen die Religionslehrerin an das Wartehäuschen. Die inzwischen bei der Staatsanwaltschaft angezeigten Burschen gaben der Polizei gegenüber an, aus Übermut und Ärger über ihre Lehrerin zur Spraydose gegriffen zu haben.
Absage des Gottesdienstes. Für den Vorauer Pfarrer Lukas Zingl brachte dies das Fass zum Überlaufen, wie er sagt. Mit der Absage des Gottesdienstes reagiere er auf die seit Jahren wachsende Unlust der Schüler an Religion. So wolle er nicht arbeiten. "Es geht nicht um die Bestrafung der Täter." Den Schritt habe er mit der Schule abgesprochen.
Standhaft. Franz Gruber, Direktor der Hauptschule und des Polytechnikums, ging gestern vorsorglich in Deckung und wollte nichts mehr sagen. Zingl bleibt standhaft. Im Herbst werde es ohnehin wieder eine "schöne Kulisse" in Form eines Gottesdienstes geben, ätzt er.
Ähnliche Aufregung. Erst im Mai hatte es ähnliche Aufregung in Bad Gleichenberg gegeben. Der Direktor der Tourismusschulen sagte die Diplomfeier ab, weil Schüler in der Nacht Lampen und Verkehrstafeln beschädigt hatten. Nach Protesten von Eltern fand das Fest mit 90-minütiger Verspätung doch noch statt.








