Projekt ist aus der Balance geraten
Das Hotelprojekt am Stubenbergsee steht offenbar vor dem Scheitern: Gespräche der Gemeinde mit Bundessportzentrum Schielleiten wurden nach Differenzen um Liegewiese und Baurechte abgebrochen.

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Ende des Vorjahres hatte es bereits gut ausgesehen: Die Gemeinde Stubenberg verhandelte mit dem Bundessportzentrum (BSZ) Schielleiten "letzte Details" zum Bau eines 60-Betten-Hotels am See. Aber wie so oft steckt der Teufel offenbar just in den Details. Sechs Monate später sind die Gespräche abgebrochen, zwischen den Partnern gebe es unüberwindbare Differenzen, ist zu hören.
Ein Knackpunkt ist die Gestaltung des Hotelbereichs, konkret: wie viel der Liegeweise den Hotelgästen exklusiv zur Verfügung stehen soll. Während Schielleiten auf eine großzügige Regelung pocht, will die Gemeinde die Hoheit über das Ufer nicht aus der Hand geben. "Ich kann mir schwer vorstellen, hier eine Abgrenzung zu machen", sagt Bürgermeister Franz Hofer (VP). Die Seeverwaltung müsse ungeteilt bei der Gemeinde bleiben.
Differenzen gibt es auch bei der Frage, wer die geplanten Sportanlagen bauen soll. "Wir betrachten das als unsere Kernkompetenz", sagt BSZ-Geschäftsführer Gerhard Reiterer. Hofer sieht den Ball hingegen bei der Gemeinde.
Die Fronten sind verhärtet. Er erkenne keinen Verhandlungsspielraum mehr, sagt Reiterer. "Wie es nun aussieht, wird nichts aus dem Projekt. Die Gemeinde müsste einen großen Schritt auf und zu machen." Diese Entwicklung liegt nicht unbedingt in der Luft. Wenn Schielleiten die Vorstellungen der Gemeinde gar nicht akzeptiere, könne man auch nichts machen, sagt Hofer.
Zusätzliche atmosphärische Störungen verursachte ein Artikel in den Gemeindenachrichten, in dem Hofer die Position der Kommune in den Verhandlungen darlegte. "Damit hat die Gemeinde dokumentiert, sich nicht mehr bewegen zu wollen", konstatiert Reiterer. Ein Schreiben aus Schielleiten mit der Bitte um Stellungnahme sei davor monatelang unbeantwortet geblieben, wird im Ort geflüstert.
Hofer weist die Kritik zurück. Der Bericht in der Zeitung sei nur eine Information über eine Gemeinderatssitzung gewesen.
Ganz begraben will der Bürgermeister die Projektpartnerschaft noch nicht. Man werde um ein weiteres Gespräch bitten, am besten vor Ort, kündigt er an. Und lässt aufhorchen: Es gebe immer wieder Anfragen anderer Investoren, wie es um das Hotelprojekt bestellt sei. "Für alle gelten dieselben Spielregeln."
Spannung
Das Projekt verursacht auch innerhalb der Gemeinde Spannungen. SP-Gemeindekassier sieht die Verantwortung für das Scheitern der Gespräche beim politischen Gegenüber: "Die Wurzel liegt in der VP. Schade, dass es so weit gekommen ist." Die SP hoffe immer noch, dass Schielleiten als regionaler Betrieb zum Zug komme. Das Land stehe dieser Lösung positiv gegenüber, meint er zu wissen.
Reiterer bedauert die Entwicklung. Die vorgesehenen Mittel würden dann eben an andere österreichische Standorte der Bundessportzentrengesellschaft fließen, sagt er. "In Stubenberg bleibt das Geld nicht."







